Heftige Gewitter Junger Mann vom Blitz erschlagen
Hamburg - Im niedersächsischen Ganderkesee wurde ein junger Mann auf dem Weg zu seinem Auto vom Blitz getroffen. Der 19-Jährige erlag wenig später in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.
Auch in Rheinland-Pfalz kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall. Sieben Feuerwehrleute waren gerade dabei, einen Brand auf einem freien Feld im Kreis Südliche Weinstraße zu löschen, als ein Blitz in den Boden schlug. Zwei Männer wurden schwer verletzt, fünf weitere leicht. "Durch zwei Feuerwehrmänner ist der Blitz hindurch gefahren. Die anderen fünf standen in seinem Spannungsfeld", sagte ein Polizeisprecher in Ludwigshafen. Alle sieben Verletzten seien ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Heftig regnen soll es auch am Abend. Für Teile Nord- und Südwest-Deutschland gilt eine Unwetterwarnung, so der Deutsche Wetterdienst.
Im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen wüteten schon heute Nachmittag schwere Unwetter. Zahlreiche Keller seien nach sintflutartigem Regen voll gelaufen, Bäume umgestürzt, und Dachstühle nach Blitzschlägen in Brand geraten, berichtete ein Sprecher der Feuerwehr in Meschede. Tags zuvor hatte in Sundern im Sauerland ein umgestürzter Baum ein voll besetztes Auto unter sich begraben. Die fünf Insassen konnten leicht verletzt gerettet werden.
Besonders stark betroffen von den Gewittern war auch der Westen Dortmunds. Bei der Feuerwehr gingen in der Nacht zwischen 22.30 und 1 Uhr morgens rund 700 Notrufe ein. "So etwas habe ich in 15 Jahren nicht erlebt", sagte Frank Rüdiger von der städtischen Feuerwehr. In Essen rückte die Polizei rund 60 Mal wegen des Unwetters aus, die Feuerwehr berichtete von 135 Einsätzen. Ein Ast auf einer Oberleitung verursachte Verspätungen im Bahnverkehr. Der Gesamtschaden der Unwetter in Nordrhein-Westfalen betrug mehrere hunderttausend Euro.
In Stuttgart stürzte ein Schwerlastkran in den Neckar. Die Schifffahrt musste zeitweise eingestellt werden. In Stuttgart-Bad Cannstatt beschädigte nach Angaben der Bahn ein Blitzeinschlag die Elektrik eines Stellwerks. 80 Züge hatten dadurch Verspätungen von 25 Stunden. Die Stuttgarter Feuerwehr rückte am Abend rund 35 Mal aus. Starker Wind zog ein Flachdach auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern in Mitleidenschaft. Abgerissene Teile wurden bis zu 200 Meter weit weggeweht, der Sachschaden wurde mit mehreren 10.000 Euro beziffert.
Wegen der anhaltenden Gewitter hat der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) die Bürger zu Vorsicht aufgerufen. Feste Gebäude seien der bestmögliche Schutz vor Blitzschlag und herabstürzenden Gegenständen, teilte der Verband mit. Deshalb sollten bei aufziehenden Unwettern die eigene Wohnung oder ein anderes Haus aufgesucht werden. Bäume, auch Wälder und Alleen, sowie Gewässer sollte man dagegen meiden.
Wer im Freien von einem Gewitter überrascht werde, sollte sich in eine Senke hocken. Vorsicht sei auch an ausgetrockneten Flussläufen geboten, die schnell anschwellen und Personen und Gegenstände mitreißen könnten. In Wohnhäusern sollten Keller und Niedergänge rechtzeitig vor eindringendem Wasser geschützt werden sowie Rückschlagventile im Keller auf Funktionsfähigkeit geprüft sein.
Schwitzen hat ein Ende
Derweil soll das große Schwitzen Anfang nächster Woche erst einmal ein Ende haben. Atlantische Tiefausläufer bringen erst weniger heiße, dann aber für die Jahreszeit normal temperierte Luft. Die Nächte werden mit 13 bis 19 Grad richtig kühl. Der August beginnt nahezu überall nass.
Trotz der Abkühlung liegt die Durchschnittstemperatur im Juli mit 22,1 Grad bereits über dem bisher heißesten Juli des Jahres 1994. Damals wurden durchschnittlich 21,3 Grad gemessen.
aki/dpa/AP