Heftiger Stromausfall: Kuba liegt stundenlang in Dunkelheit - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Stromausfall auf Karibikinsel: Cuba in Black

Foto: DESMOND BOYLAN/ REUTERS

Millionen Menschen ohne Strom Kuba liegt stundenlang in Dunkelheit

Ein massiver Stromausfall hat weite Teile Kubas ins Dunkel getaucht. In der Hauptstadt Havanna und der Westhälfte der Karibikinsel waren Millionen Menschen stundenlang ohne Licht. Etliche Anwohner verließen ihre Häuser, da es dort ohne Ventilatoren unerträglich war.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Havanna - Havanna bot einen gespenstischen Anblick: Bis auf große Hotels, einige staatliche Gebäude und ausländische Vertretungen, die über Notstromgeneratoren verfügen, war es in Kubas Hauptstadt stundenlang stockfinster. Viele Einwohner versammelten sich an der berühmten Uferpromenade Malecón - dort ließ sich die Hitze besser aushalten. In den Häusern war es ohne Ventilatoren unerträglich geworden.

Ein Blackout hatte in weiten Teilen Kubas stundenlang die Lichter ausgehen lassen. Millionen Menschen waren betroffen. In Dunkelheit lagen vor allem die Westhälfte der sozialistischen Karibikinsel inklusive der Hauptstadt Havanna mit seinen 2,2 Millionen Einwohnern. Nach Angaben der staatlichen Energiegesellschaft waren 10 der 15 kubanischen Provinzen betroffen, darunter Pinar del Río, Havanna und Cienfuegos. Selbst im rund 740 Kilometer von Havanna entfernten Santiago de Cuba, der zweitgrößten Stadt des Landes, waren Haushalte zeitweise ohne Elektrizität.

Der Stromausfall ereignete sich am Sonntagabend gegen 20 Uhr Ortszeit. Ursache war eine Fehlfunktion an Hochspannungsleitungen zwischen den Provinzen Ciego de Avila und Santa Clara. Die staatlichen Medien berichteten erst Stunden später davon.

Nach mehreren Stunden kehrte der Strom in einigen Teilen Havannas zurück, andere Viertel blieben weiter im Dunkeln. Der Betrieb am internationalen Flughafen von Havanna war von dem Stromausfall nicht betroffen.

Stromausfälle sind angesichts der maroden Infrastruktur auf Kuba keine Seltenheit, aber so heftig hatte es die Insel seit Jahren nicht mehr erwischt. Während der "Energie-Revolution" hatte Kuba 2004 unter dem damaligen Staatschef Fidel Castro viele große Stromgeneratoren angeschafft, um die defizitären Elektrizitätswerke zu entlasten. Die chronische Schwäche des Netzes wurde dadurch aber nicht behoben.

lgr/dpa/AFP/dapd

Mehr lesen über