Hochwasser-Hilfe in Deutschland Ebbe auf den Spendenkonten
Sachspenden ja, Geldspenden na ja: Flutopfer in Deggendorf
Foto: Marius Becker/ dpaLeipzig/Deggendorf - Nach der Flutkatastrophe in Ost- und Süddeutschland läuft die Spendenwelle an. Die betroffenen Städte und Gemeinden sammeln Geld und Alltagsgegenstände für Menschen, die im Hochwasser ihr Hab und Gut verloren haben.
In der vom Hochwasser schwer betroffenen bayerischen Stadt Deggendorf stapeln sich die Sachspenden für die Hochwassergeschädigten. Kleidung, Schuhe, Zahnbürsten, Duschgel liegen säuberlich aufgereiht in der Aula der Schule, Bäckereien bringen Kuchen und Gebäck. Die Anteilnahme sei unglaublich, sagte der Leiter der Mittelschule, Robert Seif: "Die Flutkatastrophe schweißt die Menschen im Raum Deggendorf zusammen." Im vom Hochwasser ebenfalls stark betroffenen Passau bieten viele Firmen Rabattaktionen und Gutscheine für Hochwassergeschädigte an.
Viel Unterstützung gibt es auch aus dem deutschen Sport. Der FC Bayern München will für ein Benefiz-Fußballspiel in die hochwassergeschädigte Stadt kommen, 1860 München spielte bereits am Samstag für den guten Zweck in Deggendorf. Borussia Dortmund will ebenfalls mindestens 100.000 Euro aus den Einnahmen seines Saisoneröffnungsspiels am 6. Juli spenden.
Auch Ballack gibt Bares
Der Deutsche Olympische Sportbund gründete einen Hilfsfonds und stellt 100.000 Euro an Sofortmitteln zur Verfügung. Die Veranstalter und Teams der deutschen Tourenwagen Masters stiften den vom Hochwasser betroffenen Städten Meißen, Pirna und Herzberg je 100.000 Euro.
Auch einige Prominente haben inzwischen Hilfe für die Flutopfer zugesagt. Fußballer Michael Ballack will mindestens 100.000 Euro aus dem Erlös seines Abschiedsspiels in Leipzig spenden, Musiker Peter Maffay gibt 100.000 Euro aus den Einnahmen seines Konzerts in Leipzig.
Im Gegensatz dazu ist die Spendenbereitschaft der breiten Bevölkerung nicht so stark ausgeprägt wie beispielsweise nach dem Hochwasser 2002. "Damals gab es eine riesige Spendenwelle, 140 Millionen Euro Spenden gingen damals bei uns ein. So stark ist das diesmal nicht", sagte Stephanie Krone, Sprecherin des Bundesverbands des Deutschen Roten Kreuzes.
Auch auf dem Spendenkonto der Diakonie Mitteldeutschland kommen erst langsam Hilfsgelder an. "Bis jetzt lief da noch nicht so wahnsinnig viel ein", sagte ein Sprecher. "Wir erleben vor Ort aber eine große Unterstützungsbereitschaft und sind optimistisch, dass das bald auch in eine große Spendenbereitschaft umschlägt."