Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas "Der Wind heult so, wie wir es nie zuvor gehört haben"
Nassau, Bahamas kurz vor Ankunft des Wirbelsturms "Dorian"
Foto: LUCY WORBOYS/ AFPHurrikan "Dorian" hat die Bahamas erreicht. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde traf er am Sonntag zuerst auf die Insel Abaco. Der Wirbelsturm war auf die höchste Kategorie fünf hochgestuft worden und droht, "katastrophale Zerstörung" auf den Bahamas anzurichten.
Auf Abaco haben zahlreiche Menschen in Schulen, Kirchen und anderen Schutzräumen Zuflucht gesucht. Anwohner berichteten von Stromausfällen, umgestürzten Bäumen, unpassierbaren Straßen und zerstörten Bootsanlegern.
"Der Wind heult so, wie wir es nie zuvor gehört haben", sagte Silbert Mills, 59, vom Bahamas Christian Network, der mit seiner Familie in einem Haus auf Abaco ausharrt.
Menschen in einer Notunterkunft auf Grand Bahama
Foto: Ramon Espinosa/ APDie Behörden der Bahamas hatten die Bürger bis zuletzt dringend aufgefordert, sich in Notunterkünfte und höher liegende Orte zu begeben. In dem Inselstaat leben knapp 400.000 Menschen.
Es ist der gewaltigste Hurrikan, der die Inselgruppe seit Beginn der modernen Aufzeichnungen je getroffen hat, berichtete das US-Hurrikanzentrum. Der Sturm bewegt sich sehr langsam vorwärts und wird wohl einige Stunden lang über den Bahamas wüten.
In den USA verfolgen zahlreiche Menschen besorgt, welchen Kurs "Dorian" danach nehmen wird. Der Sturm könnte sich in den kommenden Tagen auf dem Weg zur US-Ostküste wieder abschwächen, werde aber ein gefährlicher Hurrikan bleiben, hieß es.
Das Hurrikanzentrum hatte eine Tropensturmwarnung für Teile der Ostküste des US-Bundesstaats Florida verhängt. Meteorologen rechnen damit, dass der Sturm am Montagabend oder Dienstag wohl vor der Küste nach Norden in Richtung der Bundesstaaten Georgia und South Carolina abdrehen wird.
Der jüngsten Prognose zufolge soll "Dorian" der Küste Floridas allerdings so nahe kommen, dass fast von Miami bis Orlando mit der Stärke eines Tropensturms zu rechnen ist.