US-Küste Letzte Vorbereitungen auf Hurrikan "Nate"
Menschen in New Orleans füllen Sandsäcke
Foto: Bryan Tarnowski / AFPAuf seinem Weg Richtung USA hat sich Tropensturm "Nate" zu einem Hurrikan verstärkt. Mit Windböen von bis zu 135 Stundenkilometern bewegte sich der Wirbelsturm am Samstag nach Nordwesten und wird am späten Abend (Ortszeit) an der US-Golfküste erwartet, wie das Nationale Hurrikanzentrum NHC erklärte.
Am Samstag befand sich der Wirbelsturm laut NHC rund 395 Kilometer südöstlich der Mississippi-Mündung in den USA und zog mit einer Geschwindigkeit von 35 Stundenkilometern weiter. Der Sturm wird bisher mit einer Stärke der Kategorie zwei - von insgesamt fünf Stufen - bewertet.
Im Golf von Mexiko wurden vorsorglich mehr als 300 Offshore-Öl- und Gasplattformen evakuiert. Der Sturm hat bisher laut der Nachrichtenagentur Reuters 92 Prozent der Öl-Produktion und 77 Prozent der Gas-Produktion lahmgelegt. Rund ein fünftel der gesamten Öl-Versorgung der USA wird im Golf von Mexiko produziert.
Satellitenbild der Nasa zeigt "Nate"
Foto: Noaa / dpaDie Behörden von New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana verhängten eine Ausgangssperre ab 18 Uhr Ortszeit (1 Uhr MESZ). Wegen Überschwemmungsgefahr sollte es auch Evakuierungen geben. Das NHC sprach von einer "potenziell lebensbedrohlichen" Sturmflut.
Die Gouverneure von Louisiana und Florida riefen ihre Landsleute dazu auf, letzte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, bevor der Sturm das Festland erreicht. 1300 Nationalgardisten sind im Einsatz und positionieren Hochwasser-Gefährte, Boote und Schulbusse an der Küste, um schnellstmöglich bei den Rettungsmaßnahmen helfen zu können.
US-Präsident Donald Trump rief für Louisiana den Notstand aus und bewilligte damit Bundesmittel zur Bewältigung von Sturmfolgen. Im Nachbarstaat Mississippi bildeten sich lange Warteschlangen an den Tankstellen.
Anders als der Hurrikan "Harvey", der im August schwerste Schäden in Texas anrichtete, soll "Nate" nach dem Auftreffen auf Land aber an Kraft verlieren und danach wieder auf den Atlantik hinausziehen.
In Mittelamerika richtete "Nate" bereits Verheerungen an. Die Zahl der Todesopfer dort stieg auf 28. Am stärksten betroffen waren Nicaragua mit 13 Todesopfern und Costa Rica, wo zehn Menschen starben. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst. Viele Orte blieben von der Außenwelt abgeschnitten, weil Brücken eingestürzt oder Straßen überflutet waren. Weiterhin besteht etwa in Honduras Überschwemmungsgefahr wegen heftiger Regenfälle.