Ilsede: Vater hat Kindern Kehle durchgeschnitten - DER SPIEGEL
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Familientragödie in Ilsede Obduktionsergebnis erschüttert Ermittler

Im Fall der Familientragödie im niedersächsischen Ilsede hat die Obduktion ein erschütterndes Ergebnis erbracht: Demnach soll der Vater seinen vier Kindern die Kehle durchgeschnitten haben. Die zwölfjährige Tochter soll sich dagegen gewehrt haben.
Vor dem Haus der Familie: Freunde und Bekannte haben Blumen und Briefe niedergelegt
Vor dem Haus der Familie: Freunde und Bekannte haben Blumen und Briefe niedergelegt

Vor dem Haus der Familie: Freunde und Bekannte haben Blumen und Briefe niedergelegt

Foto: Peter Steffen/ dpa
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Ilsede - Hat der vierfache Vater seinen Kindern ein Schlafmittel verabreicht, bevor er sie in ihren Betten tötete? Im Fall der Familientragödie in Ilsede im Kreis Peine in Niedersachsen können Ermittler diese Frage noch nicht beantworten. Erste Obduktionsergebnisse haben jedoch ergeben, dass den Kindern mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten wurde, wie eine Polizeisprecherin in Salzgitter am Sonntag mitteilte.

Die zwölf Jahre alte Tochter, das älteste der vier Geschwister, habe sich eindeutig gewehrt, sagte die Polizeisprecherin. Bei den drei Söhnen seien keine Abwehrspuren entdeckt worden.

Der 36 Jahre alte Vater steht im Verdacht, seine Kinder getötet zu haben. Er hatte eine Sms an seine Ehefrau geschickt, die sich im Urlaub befand, und einen Abschiedsbrief hinterlassen. Inhalt beider Schreiben deutet laut Staatsanwaltschaft darauf hin, dass der vierfache Vater seine Kinder tötete.

Die Leichen des Mädchens und seiner drei Brüder im Alter von 5, 7 und 9 Jahren waren am Donnerstagabend in dem Reihenhaus der Familie gefunden worden.

"Psychiatrisches Gutachten ist unumgänglich"

Der Vater ringt noch immer mit dem Tod, nachdem er nach der Tat einen Selbstmordversuch unternommen hat. Die Mutter der Kinder ist inzwischen aus dem Urlaub nach Deutschland zurückgekehrt, sie soll im Laufe der Woche befragt werden.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Beziehungsprobleme das Motiv für die Tat in der 7000-Einwohner-Gemeinde zwischen Braunschweig und Hannover waren. Wann der Vater vernommen werden kann, ist noch völlig unklar, sagte die Polizeisprecherin. "Wenn der Mann überlebt, wird ein psychiatrisches Gutachten unumgänglich sein", sagte der Hildesheimer Staatsanwalt Bernd Seemann.

Am Wochenende kamen in Ilsede immer wieder Menschen zu dem Haus der Familie, um zu trauern. Freunde der Kinder legten Blumen und Briefe nieder. Auf einem Pappschild vor dem Haus stand geschrieben: "Wir vermissen euch."

Die Polizei hat die Spurensicherung am Tatort inzwischen abgeschlossen. Polizeisprecherin Natascha Aust sagte, der Anblick sei grauenvoll gewesen. "Selbst erfahrene Kollegen hat die Tat fassungslos gemacht und ihnen den Boden unter den Füssen weggerissen."

Für die Mitschüler der toten Kinder geht am Montag der Unterricht weiter. Das Kultusministerium will das Krisen-und Notfallteam der Landesschulbehörde nach Ilsede schicken, um die betroffenen Schulen mit psychologischer Hilfe zu unterstützen. Offen ist noch, wann die toten Geschwister beigesetzt werden. Ihre Leichen werden voraussichtlich am Montag zur Beerdigung freigegeben.

jjc/dpa