Indien Eine Stadt wird rosa
Neu Dehli - Ein Traum in rosa. Friedlicher und weniger kriminell sollen die 150.000 Einwohner von Aurangabad werden. "Wir hoffen, dass die beruhigende und schöne Farbe rosa die Stadt attraktiver macht und das positive Denken der Einwohner verstärkt", sagte Behördensprecher Arvind Kumar Singh.
Aurangabad war in der Vergangenheit eine Hochburg maoistischer Widerstandskämpfer. Die historische Stadt liegt in Bihar - einem der rückständigsten und ärmsten Staaten des Landes.
90 Prozent der Privathäuser, Verwaltungs- und Regierungsgebäude sind nun in ein zartes rosa getaucht. "Alle Menschen der verschiedenen Religionen und Kasten fanden es eine gute Idee, die Stadt rosa anzustreichen", sagte Singh.
Um für die Idee zu werben, verteilte die Kommune Tausende pinker Handzettel mit dem Slogan, der die Bürger für die Aktion motivieren soll: "Rosanes Aurangabad, sauberes Aurangabad, grünes Aurangabad, diszipliniertes Aurangabad". Außerdem titulierte man die Farbe als "Anti-Maoistisches Magenta" in der Hoffnung, die Unterstützung für die Rebellen, die weite Teile Bihars und anderer armer Staaten kontrollieren, zu ersticken. Die sogenannten Naxaliten entstanden nach einem Bauernaufstand 1967 und haben ihren Einfluss auf 165 der 602 indischen Provinzen ausgedehnt.
Die Kosten für den Anstrich der öffentlichen Gebäude trägt die Regierung, der Rest wird durch private Spenden finanziert. Ob der neue Anstrich den Bewohnern allerdings so gut gefällt, dass er sie von kriminellen Handlungen abhält, ist im Moment noch nicht klar. "Das Programm hat gerade erst begonnen, mal sehen, wie es funktioniert", so der Sprecher.
Die Idee, die Stadt rosa zu streichen, kam Singh bei einem Besuch der Stadt Jaipur. Viele der Einwohner Aurangabads gehören zur ethnischen Gemeinschaft der Rajput, die aus dem Staat Rajasthan stammen, dessen Haupstadt Jaipur ist. Die Stadt, die bei Touristen sehr beliebt ist, gilt als "rosa Stadt Indiens". Nun, meint Singh, werde Aurangabad die neue "rosa Stadt" des Landes. Und vielleicht, so hofft der Sprecher, lockt das neue Stadtbild dann ja auch Touristen.
han/AFP/Reuters