Israel: Gay-Pride-Parade unter schwerem Polizeischutz - DER SPIEGEL
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Jerusalem Verurteilter Attentäter plante neuen Anschlag auf LGBT-Parade

2015 hatte er eine 16-Jährige am Rande der Gay-Pride-Parade in Jerusalem erstochen. Dafür bekam der Täter lebenslänglich. Aus dem Gefängnis heraus hat er nun offenbar erneut einen Angriff geplant.
Teilnehmer der Gay-Pride-Parade in Jerusalem
Teilnehmer der Gay-Pride-Parade in Jerusalem

Teilnehmer der Gay-Pride-Parade in Jerusalem

Foto: THOMAS COEX/ AFP
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Vor der Gay-Pride-Parade in Jerusalem hat es mehrere Festnahmen gegeben. Wie die Polizei mitteilte, soll der Mörder, der im vergangenen Jahr eine 16-Jährige erstochen hatte, erneut eine Attacke auf die Parade geplant haben - aus dem Gefängnis heraus.

2015 hatte ein streng religiöser Jude bei der Veranstaltung der LGBT-Gemeinschaft eine 16-Jährige erstochen. Unter den Festgenommenen war demnach auch der Bruder des Täters vom vergangenen Jahr.

In diesem Jahr waren die Sicherheitsvorkehrungen daher besonders streng: Alle Teilnehmer durften nur an einer Stelle und nach einer Kontrolle die Parade-Strecke betreten. Insgesamt sollten laut Medienberichten rund 2000 Polizisten die Teilnehmer schützen.

Verbrannte Regenbogenfahnen

Ein Gericht hat den Mörder des Mädchens zu lebenslanger Haft plus 31 Jahren verurteilt. Der Täter war erst drei Wochen vor der Bluttat aus dem Gefängnis entlassen worden. Er hatte bereits 2005 bei der Gay-Pride-Parade in Jerusalem Teilnehmer mit einem Messer verletzt.

Die Teilnehmer forderten unterdessen gleiche Rechte und Sicherheit für die LGBT-Bewegung der Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen. "Mitglieder der Community leiden immer noch unter täglichen Schmähungen und Diskriminierung, unter Flüchen auf der Straße, verbrannten Regenbogenfahnen bis hin zu manchmal sogar Gewalt", sagte Sarah Kala vom Veranstalter Jerusalem Open House.

"Ein süßes Mädchen, das aus Hass ermordet wurde"

In ultraorthodoxen Kreisen ist die Parade als "Schandfleck" verschrien. In den vergangenen Tagen hatten Geistliche mehrfach Kritik an der Veranstaltung geäußert.

Der Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, sagte zwar, die LGBT-Gemeinschaft habe das Recht zu marschieren, er selbst wolle aber nicht an der Parade teilnehmen, um die religiösen Bewohner der Stadt nicht zu verärgern. Nachdem Kritik an der Äußerung laut geworden war, hatte Barkat Blumen an dem Ort niedergelegt, an dem die 16-jährige Shira Banki im letzten Jahr ermordet worden war.

Ich verstehe den Schmerz und die Kritik derjenigen, die nicht damit einverstanden sind, dass ich nicht an der Parade teilnehme", sagte Barkat in einer Stellungnahme. "Ich habe einen anderen Weg gewählt, um Shira Banki zu gedenken. Einem süßen Mädchen, das aus Hass ermordet wurde."

cnn/kry/dpa/AP

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