Mussolini-Fluchtraum in Rom geöffnet Im Luftschutzbunker des Diktators
Rom - Er war einer der engsten Verbündeten von Adolf Hitler, und wie der deutsche Diktator hatte auch der Italiener Benito Mussolini private Schutzräume für den Fall eines Luftangriffs. Jetzt öffnet die Kulturbehörde in Rom den Bunker erstmals für die Öffentlichkeit - 74 Jahre nach dessen Bau. Damit gebe es nun tieferen Einblick in "eine der dunkelsten Seiten unserer Geschichte", teilte die Behörde laut der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" mit.
Der Bunker war ursprünglich ein Weinkeller unter einer Römischen Villa, die der Diktator einer römischen Adelsfamilie hatte abnehmen lassen, um dort seine Residenz zu beziehen. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, in dem Italien an der Seite des Deutschen Reiches kämpfte, ließ Mussolini den Keller 1940 zum bombensicheren Rückzugsort umbauen. Dorthin konnte sich der selbst ernannte "Duce" (Führer), der zwischen 1922 und 1943 Alleinherrscher zwischen den Alpen und Sizilien war, mit seiner Familie zurückziehen.
Die erste Führung durch den Bunker unter der "Villa Torlonia" machte nun der römische Bürgermeister Ignazio Marino. Zu sehen sind vom 31. Oktober an unter anderem meterdicke Wände und luftdicht schließende Türen - die waren für Gasangriffe eingebaut worden. Für diesen Fall wurde in den Vierzigerjahren auch eine Maschine in den Kellerräumen aufgestellt, die vergiftete Luft reinigen können sollte. Auch sie ist in dem Bunker zu sehen.
Mussolini-Villa in Rom: Benitos Bunker
Der Keller ist der letzte erhaltene von ursprünglich drei in Auftrag gegebenen Bunkern. Die anderen beiden konnten jedoch nicht mehr fertiggestellt werden, da Mussolini nach dem Einfall der Alliierten 1943 in Italien abgesetzt und verhaftet wurde. Hitler ließ seinen Verbündeten daraufhin aus der Haft befreien und setzte ihn als Herrscher des deutschen Vasallenstaats Republik von Salò in Norditalien ein. Nach der endgültigen Niederlage der italienischen Faschisten richteten Partisanen den Diktator 1945 hin.