Jackpot-Gewinnerin "Wir werden immer Schnäppchenjäger bleiben"
Hamburg - Da sitzt sie mit ihrem Mann auf dem Sofa, lächelt und hält die gestrige Ausgabe der "Bild"-Zeitung in der Hand. Eine sportliche blonde Frau mit Kurzhaarschnitt, die seit der letzten Lotto-Ziehung um mehr als 15 Millionen Euro reicher ist.
Für eine Verlosung unter Lesern hatte die "Bild" jeweils mehr als 6000 Euro in den Kauf von 24 Super-Systemscheinen investiert. Die Versicherungsangestellte Petra L. aus Nordrhein-Westfalen hatte das erste Mal Glück und bekam den Schein. "Ich gewinn ja eh nix", sei ihr erster Gedanke gewesen, sagte L. der Zeitung. Sie habe sogar kurz überlegt, das Los zurückzugeben und sich die 6000 Euro auszahlen zu lassen.
Dass sie diesem Impuls nicht nachgegeben hat, wird sie vermutlich für den Rest ihres Lebens einiger Sorgen entledigen. Nachdem L.s Zahlenkombination plus Superzahl erfolgreich war, kam der Geldregen über die Familie: Zwar musste der Jackpot durch drei geteilt werden. Bei 15,28 Millionen Euro für jeden Gewinner war das allerdings kein Problem.
Zwei "Glücksboten" der "Bild"-Zeitung machten sich eigenen Angaben zufolge noch am Abend der Ziehung zu dem Ehepaar auf, um persönlich die gute Nachricht zu überbringen. "Ich habe meinen Mann angeguckt und gesehen, wie er bleich wurde", erzählt Petra L. in der heutigen Ausgabe des Blatts. Zuerst habe sie ihr Glück gar nicht fassen können: "So ganz langsam realisiere ich, dass es so ist. Ein schönes Gefühl." Auch Ehemann Fritz L. freut sich: "Das ist jetzt ein neues Leben für uns", sagte der 54-Jährige.
Geradezu vorbildlich scheint das Paar die eherne Regel für alle Lotto-Gewinner zu beherzigen, auf dem Teppich zu bleiben und einen Wandel mit Maß zu betreiben: Angestoßen wurde mit Mineralwasser, denn: "Champagner schmeckt mir nicht."
Sie freue sich darauf, endlich ein Auto mit Airbag zu kaufen - "vielleicht einen Fiat Panda", sagte Petra L. Ihr Mann versprach: "Wir werden jetzt nicht durchdrehen. Wir waren immer Schnäppchenjäger und wir werden Schnäppchenjäger bleiben."
Seit sie 14 Jahre alt war, habe sie gearbeitet, erklärte Petra L. "Bisher mussten wir jeden Groschen umdrehen", pflichtete der Gatte bei. Jetzt werde man zunächst das alte Eigenheim abreißen und ein neues bauen. Auch die Kinder sollen von dem Gewinn etwas abbekommen.
Einen Fehler haben die frisch gebackenen Lotto-Millionäre aber bereits begangen - sie haben kein Stillschweigen über ihren Gewinn bewahrt. Zwar gab die "Bild"-Zeitung nicht den wahren Namen der Familie preis. Das Portrait der Lottomillionärin auf der Titelseite lässt jedoch keine Fragen offen. Immerhin: Der Zusammenhalt in der Familie scheint so stark zu sein, dass Neider es schwer haben dürften.
Dass ihre seit über 30 Jahren bestehende Ehe den unverhofften Geldregen schadlos überstehen wird, steht für das Paar außer Frage: "Unser Glück zu zweit ist wichtiger als alles Geld der Welt."
ala