Bevölkerungsschwund Japan verliert fast eine Million Einwohner
Japaner in Yokohama: Die Bevölkerung schrumpft
Foto: Franck Robichon/ dpaDas hat es seit Beginn der Volkszählungen im Fünfjahresabstand 1920 in Japan nicht gegeben: Die Bevölkerung ist geschrumpft. Lebten in Japan 2010 noch 128,1 Millionen Menschen, sind es mittlerweile etwa 947.000 weniger. Das geht aus dem jüngsten Zensus für 2015 hervor, der nun veröffentlicht wurde. Das bedeutet einen Bevölkerungsrückgang von 0,7 Prozent.
Die japanische Regierung versucht schon länger, der stetig sinkenden Geburtenrate entgegenzuwirken. Premierminister Shinzo Abe hat das Ziel erklärt, einen langfristigen Bevölkerungsschwund auf unter 100 Millionen Einwohner zu verhindern. Experten halten dies für ambitioniert oder gar unmöglich, selbst wenn die Geburtenrate von jetzt 1,4 Kindern pro Frau auf 1,8 steigen würde - wie von Abe erhofft.
Innerhalb des Landes gibt es durchaus unterschiedliche Entwicklungen. Große Städte wachsen, weil vor allem junge Menschen ländliche Regionen und kleinere Städte verlassen, um in Metropolen Arbeit zu finden. So ist die Einwohnerzahl der Hauptstadt Tokio in den vergangenen fünf Jahren um 2,7 Prozent auf 13,5 Millionen Menschen gestiegen. Viele Dörfer sterben hingegen buchstäblich.
Fast ein Drittel aller Japaner ist mehr als 65 Jahre alt. Prognosen zufolge dürfte die Quote bis 2050 auf 40 Prozent steigen. Dieser demografische Wandel ist für Japan ein Problem. "Das große Tempo und das schiere Ausmaß des Alterns in Ostasien führt zu einer politischen Herausforderung, wirtschaftlichem Druck und sozialen Risiken", heißt es in einem Weltbank-Bericht.