Kälte in Deutschland: Eiswinter bis zum Wochenende - DER SPIEGEL
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Kälte in Deutschland: Kurz aufatmen, dann weiterfrieren

Foto: Bodo Marks/ dpa

Kälte in Deutschland Eiswinter bis zum Wochenende

In Deutschland bleibt es bitterkalt, von Entwarnung kann noch keine Rede sein. Zwar soll es Meteorologen zufolge in den kommenden Tagen etwas milder werden - doch dann drohen schon wieder Tiefstwerte.
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Hamburg - Auch in der Nacht zum Dienstag war es in Deutschland wieder bitterkalt. Das Thermometer fiel auf um die minus 25 Grad, Rekordwerte waren aber nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nicht dabei. Vor allem in Thüringen, Sachsen und Brandenburg war es richtig kalt, berichtete der DWD. Weil aber von Osten her Bewölkung aufzog, sei es nicht die kälteste Nacht des Winters gewesen.

Bis zur Wochenmitte soll es zwar etwas milder werden, ins Plus wird das Thermometer aber nicht steigen. Die Ausläufer eines Tiefs über dem Mittelmeer bringen in den nächsten Tagen dafür dichte Wolken und etwas Schnee. Zum Wochenende erwarten die Meteorologen dann die nächste Kaltfront und damit erneut sehr strengen Frost. Dann können die Werte in den Nächten erneut weit unter minus 20 Grad sinken. Mittelfristig ist in Deutschland aber ein Ende des Extremfrosts in Sicht.

Längst bestimmt die Kälte den Alltag in Deutschland. Sie behindert den öffentlichen Nahverkehr, führt zu Verspätungen auf den Flughäfen und zu Verkehrsunfällen. Eisgang stoppt den Schiffsbetrieb auf Flüssen und Kanälen.

Bei Erfurt musste die Bahn bei klirrender Kälte einen ICE mit rund 350 Reisenden evakuieren. Der Zug Richtung Dresden war etwa zehn Kilometer vor dem Erfurter Hauptbahnhof auf freier Strecke wegen eines technischen Defekts stehengeblieben, berichtet die "Thüringer Allgemeine". Wie ein Bahnsprecher sagte, wurde dazu ein nachfolgender IC auf das Nachbargleis geleitet. Bundespolizei und Erfurter Feuerwehr halfen den Fahrgästen, über Evakuierungsstege den Zug zu wechseln. "Glück war in dem Moment, dass die Heizung noch funktionierte."

Bisher erfroren europaweit mehr als 300 Menschen. Besonders dramatisch ist die Lage in Osteuropa. Allein in der Ukraine kostete die bittere Kälte mindestens 135 Menschen das Leben. Auch in Deutschland kam es zu Todesfällen. In Dresden starb eine 69-jährige Rentnerin auf ihrem Balkon, sie war nach Angaben von Augenzeugen unbekleidet. Das berichtet die "Sächsische Zeitung". Im brandenburgischen Zossen starb ein 70-jähriger Mann in seinem Haus, das er seit Jahren nicht mehr beheizt haben soll. Ein Rentner im Landkreis Nienburg in Niedersachsen starb an Unterkühlung. Der 75-Jährige aus Landesbergen sei auf einem Feldweg zwischen Husum und Brokeloh entdeckt und anschließend ins Krankenhaus gebracht worden. Dort habe man ihm aber nicht mehr helfen können.

Landesweit wächst die Sorge um Obdachlose. Mit beheizten Schlafcontainern will beispielsweise die Stadt Kiel die Menschen vor dem Kältetod bewahren. "Niemand muss bei diesen lebensgefährlichen Temperaturen draußen übernachten. Jeder kann dort unterkommen", sagte der Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig (SPD). Er rief ebenso wie das Diakonische Werk Schleswig-Holstein die Bürger dazu auf, bei der eisigen Kälte auf obdachlose Menschen zu achten und sie auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Die vier Schlafcontainer in Kiel mit insgesamt rund zwanzig Schlafplätzen seien vor allem für die Menschen gedacht, die "wir sonst nicht erreichen können".

jbr/dapd/dpa

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