Kanada: Generalgouverneurin isst rohes Robbenherz - DER SPIEGEL
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Kanada Generalgouverneurin isst rohes Robbenherz

Ungewöhnliche Geste: Als Zeichen ihrer Solidarität mit den Inuit hat die kanadische Generalgouverneurin Michaelle Jean das rohe Herz einer Robbe verspeist. Die Verfechterin der traditionellen Robbenjagd lobte den Geschmack und verglich ihn mit - Sushi.
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Ottawa - Sie legte selbst Hand an: Vor Hunderten Ureinwohnern schnitt die Generalgouverneurin Michaelle Jean anlässlich einer Feier in Rankin Inlet im nordkanadischen Territorium Nunavut das Herz aus der geschlachteten Robbe und aß es auf, berichteten örtliche Medien am Dienstag.

In kanadischen Internet-Blogs war die Meinung über die Aktion der Gouverneurin geteilt: Während die einen ihr Verhalten als "peinlich", "beschämend"und "hardcore" bezeichneten, sprachen andere von einem vorbildlichen Führungsstil.

Der Vizevorsitzende der Tierschutzorganisation Peta, Bruce Friedrich, warf der Gouverneurin laut "National Post" vor, Kanadas "Neandertal-Image" noch zu verstärken: "Die Robbenjagd in Kanada ist eine Schande, und in zehn Jahren werden die Kanadier entsetzt, traurig und peinlich berührt darüber sein, dass ihre Regierung sie so lange unterstützt hat."

Etikette-Experten sagten der Zeitung, die Gouverneurin habe richtig gehandelt, als sie der Einladung zu einem traditionellen Mahl gefolgt sei.

Jean verteidigt von jeher die Robbenjagd der Inuit. Das EU-Parlament hatte vor kurzem ein Importverbot für alle Waren beschlossen, für die Robbenfleisch oder -fell verarbeitet werden. Der Importbann tritt im kommenden Jahr in Kraft und richtet sich gegen die kommerzielle Robbenjagd. Die traditionelle Jagd der Inuit ist ausdrücklich ausgenommen, dennoch befürchten diese negative Auswirkungen auf ihren Lebensunterhalt.

Als Mitglied des Commonwealth hat Kanada die britische Königin Elizabeth II. als Staatsoberhaupt, doch wird diese von der Generalgouverneurin vertreten.

ala/AFP