Karnevals-Auftakt: Kalt, feucht und fröhlich - DER SPIEGEL
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Karnevals-Auftakt Kalt, feucht und fröhlich

Regen und Windböen waren den Narren egal: Heute feierten Zehntausende am Rhein und anderswo den Beginn der fünften Jahreszeit.
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Die Tanzmariechen schmissen in Köln ihre Beine in die neun Grad kalte Luft, den Clowns zerfloss die Schminke auf den Wangen und vom Regen durchnässte Pappnasen klebten den Narren auf der Haut. Aber wen interessiert's? "Kölle Alaaf! Kölle Alaaf!" schallte es durch die Gassen, rund 70.000 Menschen feierten auf dem Kölner Heumarkt ihren Karneval, ihr "Dreigestirn" mit Prinz Rainer I., Bauer Harald und Jungfrau Albertina, und - sich selbst.

Als Kätzchen, Krankenschwester, Hühner, Wikinger, Hasen verkleidet stürmten sie im Regen in die Innenstadt und zählten ungeduldig die Minuten herunter, bis es 11.11 Uhr war. In der Innenstadt rund um den Dom ging nichts mehr: "Die Stadt ist bis zu 90 Prozent ausgelastet", sagte eine Sprecherin der Polizei. Im Schneckentempo ging es vorwärts zur Festbühne in der Altstadt. Dort traten Bands wie die "Höhner" und die "Paveier" auf. Das einzige Problem fürs feiernde Völkchen: Wie schunkelt man mit Regenschirm?

"Wenn schon von außen nass, dann auch von innen"

In Düsseldorf lärmten die Narren, was das Zeug hielt: Mit Böllerschüssen und Weckrufen, um den Erzschelm "Hoppeditz" aus seinem Schlaf zu reißen: Dann kam er endlich - er hatte Pumphosen an und war mit rot-weißen Bommeln geschmückt - und spöttelte in seiner Rede über die politische Obrigkeit in Düsseldorf. Er liest den Politikern kräftig die Leviten. So ist das jedes Jahr in Düsseldorf, der Hoppeditz ist hier die Symbolfigur des Karnevals.

Der Schelm begleitet die Düsseldorfer durch die gesamte Karnevalszeit, das Motto der Narren lautete dieses Jahr: "Mer kann och alles öwerdriewe" ("Man kann auch alles übertreiben"). Die wichtigste Frage war auch für die Düsseldorfer: Wann hört endlich der Regen auf? Die passende Antwort: "Wenn schon von außen nass, dann auch von innen!", so rief ein rotnasiges Düsseldorfer Clownspaar im Kostüm, pitschnass bis auf die Knochen.

5000 verpflichten sich in Mainz aufs "Närrische Grundgesetz"

Mit ihren rot-weiß-blau-gelben Narrenfahnen zogen in Mainz die Menschen zum Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz. Auch hier war das Wetter feucht und kühl, 5000 Narren ließen sich trotzdem begeistert auf das "Närrische Grundgesetz" verpflichten: "Alle Narren sind gleich, ob Gardist oder Feldmarschall, ob Präsident oder Büttenschieber", rief Michael Datz von der Gonsenheimer Füsiliergarde den Feiernden zu, und: "Jeder Mainzer Bürger ist zur Erhaltung der Narrenfreiheit aufgerufen."

Bis Aschermittwoch können alle Narren in Mainz zu "närrischen Diensten" verpflichtet werden: Einsatz an der Konfetti-Kanone oder am Holzgewehr. Wer das aber "aus Gewissensgründen verweigere", könne auch einen Ersatzdienst als Büttenredner oder Sänger leisten, rief Datz seiner Narrenschar zu - in Anlehnung an das Prozedere, das junge Wehrpflichtige durchlaufen, die den Dienst bei der Bundeswehr verweigern. Für die Mainzer Fastnacht ist der 11. November nur das Vorspiel: Die eigentliche Saison startet mit dem Umzug der Garden am Neujahrstag.

dpa, ap, afp

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