Katastrophe bei der Love Parade: Polizei ohne Vorrang? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Katastrophe bei der Love Parade Polizei ohne Vorrang?

Bei der Massenpanik mit 21 Toten auf der Duisburger Loveparade haben die Sicherheitsbehörden nach Angaben des Mobilfunkanbieters Vodafone keine Vorrangschaltung für die Handys ihrer Einsatzkräfte im Mobilfunknetz veranlasst.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Nach den ersten Fernsehbildern von der Katastrophe auf der Loveparade haben wir festgestellt, dass die Sicherheitskräfte bei uns keine Bevorrechtigung für ihre Mobilkommunikation erbeten hatten", sagte ein Vodafone-Sprecher.

Das Unternehmen habe daraufhin entschieden, "selbständig und ohne Aufforderung der Polizei" Anrufe der Einsatzkräfte im zunehmend überlasteten Handynetz mit Priorität durchzustellen.

Das sei besonders für den Fall einer Schwerstüberlastung des Netzes wichtig. Bereits ab 16 Uhr, also eine Stunde vor der ersten Notruf-Meldung über Todesopfer, stieg die Zahl der Mobilfunkverbindungen Duisburg laut Vodafone "sprunghaft" an.

Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums sagte, bei diesen Fragen bestehe "Aufklärungsbedarf". Das Innenministerium werde den Sachverhalt prüfen.

Andrea Brandt