Neujahrsbaden: Abkühlung nach heißer Party
Katerbad in der Kälte Brüllend ins eisige Wasser
Edinburgh/Büsum - Dass Schotten nicht nur trinkfest, sondern auch todesmutig und kälteresistent sind, zeigt sich Jahr für Jahr am Neujahrstag in Edinburgh: Beim "Loony Dook" hüpfen sie brüllend und verkleidet ins winterkalte Wasser des Flusses Forth. Manche rennen mit schottischen Flaggen, Superman-Kostüm oder pinkfarbener Perücke ins Wasser, in diesem Jahr trotzte auch ein Hochzeitspaar den eisigen Temperaturen.
Zum traditionellen Anbaden zu Neujahr haben sich an Stränden und Seen auch in Deutschland viele Unerschrockene in eiskalte Fluten gestürzt. Allein in Büsum an der Nordsee zählten die Veranstalter am Freitag bei Luft- und Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt mehr als 200 wagemutige Schwimmer. Unter den Anfeuerungsrufen der dickvermummten Zuschauer trotzten sie mit lautem Gejohle wenige Minuten dem eiskalten Nass. Zum Aufwärmen ging es anschließend direkt in die heiße Sauna.
Auch in Berlin begrüßten etwa 50 hartgesottene Männer und Frauen mit einem Sprung in den Berliner Orankesee das neue Jahr. "Das ist erfrischend und sehr gesund", sagte Christel Barth, die Vorsitzende des Vereins Berliner Seehunde, nach dem mehrminütigen Bad in dem vereisten See. "Wir mussten ordentlich hacken, um einen Einstieg ins Wasser zu bekommen." Das Wasser sei etwas wärmer gewesen als die Außentemperatur von einem Grad minus. Trotzdem schlotterten die Winterschwimmer kräftig, als sie aus dem Wasser stiegen.