Klums Casting-Show Lena ist die neue Heidi
Köln Sie schlug die Hände vors Gesicht, schrie und Tränen stiegen ihr in die Augen, Lena Gerke war am Ziel ihrer Träume. Der blonden Schülerin winkt nun ein Vertrag bei der Agentur IMG Models, der Titel auf der August-Ausgabe der deutschen "Cosmopolitan" und ein Werbevertrag mit dem Modelabel Oui Set.
"Ich bin sprachlos und freue mich riesig. Ich kann es noch gar nicht fassen", sagte Lena nach der Entscheidung der Jury, zu der Peyman Amin, Bruce Darnell und Armin Morbach gehörten. Heidi Klum betonte: "Wir haben ein wunderschönes, neues Topmodel gefunden. Wenn Lena lacht, geht die Sonne auf." Sie sei sehr stolz auf das Mädchen, das bereits im vorfeld der Endausscheidung als Favoritin gehandelt worden war.
"Lena ist noch sehr jung", sagte Juror Bruce Carnell der "Neuen Presse" in Hannover. "Sie ist vom Gefühl her ein noch sehr kleines Mädchen, sie hängt an zu Hause." Sie müsse behutsam aufgebaut werden, dann habe sie auch in den USA gute Chancen. Sie lächle sehr viel und wirke sehr sportlich.
Konkurrentin Jennifer, 17, aus dem fränkischen Wirsberg hatte sich bereits nach der ersten Aufgabe verabschieden müssen, bei der die Finalistinnen ihr Können auf dem Laufsteg in Bademoden und Abendkleidern unter Beweis stellen sollten. Das abschließende Duell gegen die 17-jährige Yvonne aus Frankfurt am Main entschied dann Lena für sich. Die Unterlegene wird trotzdem modeln. Sie hat ein Engagement für einen Modekatalog ergattert.
Klums erste eigene Sendung im deutschen Fernsehen hatte anfangs unter Beschuss gestanden. Ernährungsexperten und auch einige Politiker hielten Klum vor, mit ihrer Sendung den Schlankheitswahn unter jungen Mädchen zu fördern und diese in Essstörungen zu treiben. Das Topmodel selbst und ProSieben wiesen die Vorwürfe in Interviews und ganzseitigen Zeitungsanzeigen zurück.
Mit der Entwicklung der Einschaltquoten zeigte sich der Sender so zufrieden, dass bereits eine zweite Staffel der Show im Gespräch ist. Im Durchschnitt schalteten 2,8 Millionen Zuschauer ein, in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte das Format einen Marktanteil von durchschnittlich 14,5 Prozent.
ala/ddp/dpa