Lauschangriff Prinz Charles fürchtet Abhörmanöver
London - Zwar gehe man nicht davon aus, dass die Telefone von Mitgliedern der königlichen Familie angezapft worden seien, erklärte die Londoner Polizei. Es sei jedoch möglich, dass die Telefongespräche anderer bekannter Personen abgehört worden seien. Namen wollte die Polizei nicht nennen. sie teilte mit, drei Männer im Alter von 35, 48 und 50 Jahren seien festgenommen worden.
Unter den Verdächtigen ist ein Reporter der Boulevardzeitung "News of the World". Die Festnahmen seien im Rahmen von Ermittlungen zu möglichen illegalen Abhöraktionen erfolgt, über die erstmals im Dezember Mitarbeiter von Prinz Charles berichtet hätten, meldete die britische Nachrichtenagentur PA. Die Polizei erklärte, die Ermittlungen bezögen sich auf "mutmaßliche wiederholte Sicherheitsverstöße in Telefonnetzen über eine bedeutende Zeitspanne hinweg".
Die "News of the World" erklärte, unter den drei Festgenommenen sei ihr für die königliche Familie zuständiger Reporter Clive Goodman. Näher wollte sich die Zeitung nicht äußern. Prinz Charles Büro und offizielle Residenz, Clarence House, lehnte jede Stellungnahme ab.
Prinz Charles hat mit Abhöraktionen bereits unliebsame Erfahrungen gemacht. 1989 zapfte ein Reporter sein Telefon an und wurde so Zeuge, wie der Thronfolger - damals noch mit Prinzessin Diana verheiratet - mit seiner damaligen Geliebten und heutigen Ehefrau Camilla ein Gespräch voller sexueller Anspielungen führte. Die britische Boulevardzeitung "Sun" druckte das Gespräch in Auszügen und gab es einer breiten Öffentlichkeit preis.
fok/AP