Learjet-Kollision Zivilflugzeug traf "Eurofighter" von unten
Hamburg - Der Learjet, der am Montag über dem Sauerland nach einer Kollision mit einem "Eurofighter" abgestürzt ist, hat das Kampfflugzeug offenbar von unten gerammt. Laut einem Schreiben der Luftwaffe an den Verteidigungsausschuss im Deutschen Bundestag wurde der "Eurofighter an seiner rechten und unteren Seite stark beschädigt". Das Schreiben liegt SPIEGEL ONLINE vor.
Demnach wurde "ein Flugaußentank abgerissen und weitere Teile fielen zu Boden". Dabei seien keine Unbeteiligten zu Schaden gekommen. Die Gründe für die Kollision seien bisher unbekannt.
Dem Piloten des beschädigten "Eurofighters" gelang es, auf dem Flugplatz Növenich sicher zu landen. Ob er dabei auch die Metropole Köln überflog, ist bisher nicht bekannt.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: Learjet kollidierte mit "Eurofighter"
Der Learjet war an einem Übungsmanöver mit zwei "Eurofightern" beteiligt gewesen. Ziel des Manövers war laut dem Schreiben das Abfangen des Learjets, "die Identifizierung und visuelle Kontaktaufnahme sowie die anschließende Führung zu einem sicheren Landeplatz". Ersten Erkenntnissen zufolge touchierte das Zivilflugzeug den "Eurofighter" während beide eine Linkskurve flogen.
Der Learjet war nach dem Absturz in Flammen aufgegangen. Einer der beiden Insassen wurde tot aufgefunden. Das Schicksal des zweiten Besatzungsmitglieds ist unklar. Das Flugzeug gehörte der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD), mit der die Luftwaffe laut eigenen Angaben seit zehn Jahren erfolgreich und ohne Zwischenfälle zusammenarbeitet.
Beide Piloten der Bundeswehrjets seien sehr erfahren und hätten die Übung schon sehr oft gemacht, hatte ein Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 nach dem Vorfall mitgeteilt. Die beiden 50 und 43 Jahre alten Insassen des Learjets waren nach Angaben der GFD ehemalige Militärpiloten.
Inzwischen haben Experten die Daten-Rekorder des Learjets gefunden. Erste Ergebnisse werde es aber erst in vier bis acht Wochen geben, sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Der Flugdatenschreiber und der Gesprächs-Rekorder aus dem Cockpit seien am späten Montagabend sichergestellt und nach Braunschweig zum Behördensitz gebracht worden.
Die Geräte seien beschädigt, die Mechanik allerdings intakt, sagte der Leiter der Untersuchung, Jens Friedemann. In den nächsten Tagen werde zudem der beteiligte Kampfjet auf Spuren untersucht.