Umstrittener Bischof Tebartz-van Elst räumt Fehler ein
Bischof Tebartz-van Elst in Frankfurt am Main: "Wir haben es versucht"
Foto: Boris Roessler/ dpaLimburg/Köln - Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat Fehler eingeräumt. "Ich glaube schon, dass es noch wichtiger gewesen wäre, viel mehr zu kommunizieren. Wir haben es versucht", sagte er dem Domradio, einem Sender des Erzbistums Köln.
Tebartz-van Elst steht massiv in der Kritik. Ihm werden unter anderem ein autoritärer Führungsstil und Verschwendung vorgeworfen. In einem Brief forderten Frankfurter Katholiken am vergangenen Wochenende öffentlich eine Kurskorrektur im Limburger Bistum. Hunderte Menschen unterzeichneten das Schreiben.
Er nehme die Kritik ernst, sagte der Bischof. Auf die Frage, ob er heute etwas anders machen würde, antwortete er: "In der Rückschau wird manches viel klarer, und man weiß, was man nicht noch mal wieder so tun würde."
Zur Kritik am neuen Bischofssitz, der deutlich teurer wurde als geplant, sagte Tebartz-van Elst: "Wir wollen die Kosten offenlegen, damit auch verständlich wird, wie hier gebaut worden ist und was die Mehrkosten verursacht hat." Konkrete Angaben wollte er aber noch nicht machen. Mittlerweile wird eine Summe von zehn Millionen Euro genannt. Tebartz-van Elst rechtfertigte den Bau als Ort der Gastfreundschaft und Begegnung.
Zu dem Vorwurf, einen Hang zu pompöser Liturgie zu haben, sagte der Bischof, dies sei nicht seine Absicht. "Dass aber die Liturgie feierlich ist, dass Jesus Christus in der Mitte steht und nicht menschlicher Aktionismus, das ist mir immer ein großes Anliegen gewesen", sagte Tebartz-van Elst.
Nach einem Treffen mit dem Präsidium der Diözesanversammlung des Bistums in Limburg gab sich der Bischof dialogbereit: "Lassen Sie uns weiter im Gespräch bleiben, stellen Sie Fragen, äußern Sie Kritik und lassen Sie uns gemeinsam beraten, wie sich das kirchliche Leben und die Pastoral im Bistum entwickeln können", sagte Tebartz-van Elst.
Er forderte zugleich, "nicht zu resignieren, sondern gemeinsam nach vorne zu schauen". Die Präsidentin der Diözesanversammlung, Ingeborg Schillai, sagte nach dem Treffen mit dem Bischof: "Wir wollen keine Trennung, und es liegt uns nichts an einer Polarisierung."