London: Massenproteste nach Brand in Grenfell Tower - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Fotostrecke: Proteste nach Brandkatastrophe in London

Foto: Tim Ireland/ AP

Nach Hochhausbrand Massenproteste in London

Mit Bannern, Sprechchören und Plakaten bekundeten Tausende Menschen ihre Solidarität mit den Opfern der Brandkatastrophe in London. Die Demonstranten machten auch ihrer Wut auf die Regierung Luft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach dem Feuer im Grenfell Tower bei dem mindestens 30 Menschen getötet worden sind, haben sich tausende Demonstranten in den Straßen von London versammelt. Im Regierungsbezirk Westminister fand eine Solidaritätskundgebung für die Opfer der Brandkatastrophe statt. Zahlreiche Demonstranten machten auch ihrer Wut auf die Regierung Luft.

Mit Bannern und Plakaten versammelten sich die Teilnehmer der Kundgebung zunächst vor dem Ministerium für Kommunen. Die Behörde ist unter anderem für den Wohnungsbau verantwortlich. Dann zogen sie weiter Richtung Downing Street und skandierten "May muss gehen!". Die Demonstration stand unter dem Motto "Justice for Grenfell!" (Gerechtigkeit für Grenfell).

Viele geben nach dem Unglück auch den Behörden eine Mitschuld. Bei dem Brand des Sozialbaus Grenfell Tower waren in der Nacht zum Mittwoch mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Es wird noch eine höhere Zahl an Todesopfern erwartet. Berichten zufolge lebten zwischen 400 und 600 Menschen in dem 24 Stockwerke hohen Sozialbau.

Bereits am späten Nachmittag hatten sich hunderte Demonstranten vor dem Rathaus im Bezirk Kensington und Chelsea und forderten Antworten von den Behörden im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe. Dutzende trommelten gegen die Scheiben und verlangten Einlass. Einige schafften es, in das Rathaus einzudringen, wo sich ihnen Polizisten und Sicherheitskräfte entgegenstellten.

Premierministerin Theresa May, die sich in der Nachbarschaft des ausgebrannten Hochhauses mit Opfern des Brandes und Anwohnern getroffen hatte, musste in Sicherheit gebracht werden. Wütende Demonstranten hatten sie beschimpft und waren ihrem Auto hinter gelaufen.

May sicherte den Opfern 5 Millionen Pfund (etwa 5,7 Millionen Euro) Unterstützung zu. Davon sollen unter anderem Lebensmittel und Kleidung besorgt werden. Derweil ist die Brandursache weiterhin unklar. Die Polizei geht aber derzeit nicht von Brandstiftung aus. "Es gibt zu diesem Zeitpunkt keinerlei Hinweise darauf, dass das Feuer mit Absicht gelegt wurde", sagte Stuart Cundy von Scotland Yard.

asc/dpa