Mailand Vier Menschen sterben bei Hauseinsturz
Mailand - Das mehrstöckige Gebäude an einer Geschäftsstraße im Westen Mailands sei gestern Abend nach einer Explosion eingestürzt und habe mehrere Menschen unter sich begraben, so die Behörden. Die Detonation sei so heftig gewesen, dass die Fensterscheiben umliegender Häuser zersprangen und zahlreiche Autos beschädigt wurden.
Zunächst war von zwei Toten die Rede. Heute teilten die Behörden mit: Mindestens vier Menschen wurden bei dem Unglück getötet, darunter auch der siebenjährige Sohn eines Ehepaars, das im Erdgeschoss ein Café betrieb. Die Leiche des Kindes konnte erst drei Stunden nach der Detonation geborgen werden.
Bei zwei weiteren Opfern handle es sich um einen Bewohner und eine Bewohnerin des Hauses, hieß es. Der vierte Tote sei ein Passant, der beim Einsturz des Hauses von Trümmern tödlich getroffen wurde. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt, mindestens elf zum Teil schwer verletzte Opfer befänden sich noch im Krankenhaus, hieß es.
Unmittelbar vor der Explosion habe es nach Gas gerochen, berichteten Anwohner. Wenig später sei es zu einer Detonation gekommen, durch die ein Brand ausgelöst wurde. Diesen konnte die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge nach etwa einer Stunde löschen.
Eine 58-jährige Deutschlehrerin sagte, sie habe wegen der islamischen Proteste gegen die Rede des Papstes in Regensburg zunächst einen Bombenschlag vermutet. Das aber schloss die Polizei aus.
Bereits 1994 war in Mailand ein vierstöckiges Wohnhaus ebenfalls wegen eines Schadens an der Gasleitung explodiert. Damals starben sieben Menschen, rund ein Dutzend wurde verletzt.
aki/AFP/dpa/reuters/AP