Misshandlung Eltern sperrten Mädchen wochenlang in Bad ein
Phoenix - Das einzige Fenster des Badezimmers war mit einem Brett vernagelt. Es gab kein fließendes Wasser, das Mädchen musste in einen Eimer urinieren. Als Bett diente eine gefaltete Wolldecke. Zwei Monate lang hielt der 33-jährige Scott Bass seine 14-jährige Tochter gefangen, quälte sie und schlug mit einem Gürtel und einer Metallstange auf sie ein.
Die kargen Mahlzeiten des Mädchens hätten sich auf Cracker und Brot beschränkt, teilte die Polizei in Phoenix mit. Laut der Zeitung "The Arizona Report" gelang es der Gefangenen am 24. Januar, über den Dachboden aus dem Haus zu fliehen. Mit dem Fahrrad fuhr sie zu einem zwölf Meilen entfernten Café, ein Angestellter alarmierte die Polizei.
Als diese den beschuldigten Vater in seinem Haus aufsuchte, schien der überrascht, seine Tochter nicht mehr in dem Badezimmer vorzufinden. Er habe sie eingesperrt, um sie zu bestrafen, weil sie Essen gestohlen und bei einer Schulaufgabe geschummelt habe. Seit Weihnachten habe seine Tochter "Hausarrest" gehabt.
Das Mädchen gab laut "The Arizona Report" zu Protokoll, ihr Vater habe sie nicht nur geschlagen, sondern auch gezwungen, "bis zur Erschöpfung" Übungen wie Sit-Ups zu machen. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass sie weggesperrt wurde. Im Sommer habe sie fünf Monate lang auf der Veranda wohnen müssen, sie sei jeweils eine Woche lang im Badezimmer und in einem Schrank eingesperrt worden und habe nur Erdnussbutter-Sandwiches zu Essen bekommen.
Eine medizinische Untersuchung ergab, dass die 14-Jährige, die keine öffentliche Schule besucht, sondern zu Hause unterrichtet wurde, für ihr Alter zu klein und untergewichtig ist.
Die 31-jährige Stiefmutter Andrea Bass stritt ab, das Mädchen eingesperrt zu haben, und sagte, sie wolle mit ihrer Stieftochter nichts mehr zu tun haben. Sowohl sie als auch der Vater wurden festgenommen. Sie müssen sich wegen Kindesmissbrauch, Kidnapping und Freiheitsberaubung vor Gericht verantworten.
Die 14-Jährige, deren leibliche Mutter bisher nicht ausfindig gemacht wurde, und vier weitere Kinder, die im Haus der Scotts lebten, befinden sich in Obhut des Jugendamtes. Der zwölf Jahre alte Bruder und die drei, vier und elf Jahre alten Stiefgeschwister des Mädchens weisen nach Polizeiangaben keine Spuren von Misshandlung auf.