Missverständnis: Bier-Stampede in Glasgow - DER SPIEGEL
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Missverständnis Bier-Stampede in Glasgow

Ein Druckfehler in der aktuellen Werbung einer Glasgower Supermarktkette führte zu Verkehrschaos und tumultartigen Szenen: Wie einst am Clondyke River im Gold-Rush lockte die Aussicht auf billiges Bier die Schotten zum Einkauf. Im Umkreis der Supermärkte kam es zum Vollstau.
Pint of beer: Normalerweise rund doppelt so teuer wie hier, in Glasgow kurzzeitig für 35 Cent zu haben - wenn man es schaffte, sich durchzukämpfen
Pint of beer: Normalerweise rund doppelt so teuer wie hier, in Glasgow kurzzeitig für 35 Cent zu haben - wenn man es schaffte, sich durchzukämpfen

Pint of beer: Normalerweise rund doppelt so teuer wie hier, in Glasgow kurzzeitig für 35 Cent zu haben - wenn man es schaffte, sich durchzukämpfen

Foto: Kirsty Wigglesworth/ AP
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London/Glasgow - Sechsunddreißig Pint-Dosen Bier á 0,568 Liter für umgerechnet 12,50 Euro - wegen dieses Druckfehlers auf einem Preisschild ist es in Schottland vor mehreren Supermärkten zum Verkehrschaos gekommen. Eine Supermarktkette hatte das Bier versehentlich viel zu billig ausgezeichnet, wie der britische Sender BBC am Donnerstag berichtete. Auf den Parkplätzen vor den betroffenen Tesco-Supermärkten sei es zu tumultartigen Szenen gekommen. Sogar die Polizei musste eingreifen.

Gemeint war eigentlich ein Rabatt: Elf Pfund weniger als normalerweise sollten die Blechbüchsen mit der goldenen Flüssigkeit kosten. Gemeint war also ein Preis von 20 Pfund statt der sonst üblichen 31 Pfund - schon das ist für britische Verhältnisse eine Knallerpreis, für den man normalerweise nur Dünnbiere mit reduziertem Alkoholgehalt oder No-Name-Biere von Handelsmarken bekommt. Stattdessen inserierten die Märkte ein Angebot von drei Großpackungen Bier (rund 20 Liter) für 11 Pfund - und verursachten damit ein nicht unerhebliches Chaos.

Die Nachricht sprach sich über die Internetdienste Twitter und Facebook wie ein Lauffeuer herum: Für solche Bierpreise müssen Briten gemeinhin erst den Kanal überqueren. Vor drei Filialen der Kette in der Gegend um Glasgow stauten sich da wenig überraschend schnell die Autos und blockierten die Straßen. Die Polizei musste einschreiten, obwohl sich die Nachricht erst ab etwa 19 Uhr Ortszeit verbreitet hatte - bei Tesco kein Problem, denn gemeinhin sind die Märkte rund um die Uhr geöffnet. Was sich kurz darauf entwickelte, bezeichneten Beobachter als "Bier-Stampede". Der Begriff bezeichnet normalerweise das Fluchtverhalten großer Rinderherden in Panik.

Bevor die Supermarkt-Kette den Fehler beheben konnte, hatten einige Kunden bereits mehrmals zugegriffen - obwohl pro Person nur eines der Angebote gekauft werden konnte. So sollen einige Kunden sogar im Eiltempo nach Hause gefahren sein, um sich umzuziehen und ein zweites oder sogar drittes Mal an der Kasse durchzukommen.

"Es war wie im Tollhaus", berichtete ein Augenzeuge bei Twitter. Rebecca Macdougall schriebt auf ihrer Twitter-Seite: "Ich habe meinem Vater nur so nebenbei von der Bier-Lage beim Supermarkt erzählt - und plötzlich springt er auf und rennt zum Auto."

Das Vorurteil vom geizigen Schotten wird der Vorfall wenn überhaupt nur hierzulande nähren: In Großbritannien kennt man die Legende vom angeblich knauserigen Rockträger so gut wie nicht.

pat/dpa