Montpellier: Erste Homo-Ehe in Frankreich geschlossen - DER SPIEGEL
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Zeremonie in Montpellier Erste Homo-Ehe in Frankreich geschlossen

Eine intime Hochzeit war es nicht, aber eine historische: Vincent Autin und Bruno Boileau haben sich als erstes homosexuelles Paar in Frankreich das Jawort gegeben - vor Freunden und Verwandten, aber auch vor Hunderten Journalisten.
Zeremonie in Montpellier: Erste Homo-Ehe in Frankreich geschlossen
Zeremonie in Montpellier: Erste Homo-Ehe in Frankreich geschlossen

Zeremonie in Montpellier: Erste Homo-Ehe in Frankreich geschlossen

Foto: PASCAL GUYOT/ AFP
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Montpellier - Monsieur und Monsieur sind durch den Bund der Ehe vereint: In Frankreich haben erstmals zwei Homosexuelle auf Grundlage des umstrittenen neuen Eherechts für Schwule und Lesben geheiratet. Der 40 Jahre alte Vincent Autin und sein zehn Jahre jüngerer Lebensgefährte Bruno Boileau gaben sich am Abend im Rathaus der südfranzösischen Stadt Montpellier das Jawort. Frankreich ist das 14. Land weltweit, in dem Schwule und Lesben heiraten können, seitdem dort am 18. Mai offiziell die Homo-Ehe eingeführt wurde.

An der Zeremonie im Rathaus von Montpellier nahmen rund 500 Gäste teil. Mehr als 200 Journalisten berichteten vor Ort von der Feier, die live im Fernsehen übertragen wurde. "Sie haben sich diesen Tag erträumt, jetzt wird dieser Tag Wirklichkeit", sagte die sozialistische Bürgermeisterin Hélène Mandroux, die die Trauung vornahm. "Vincent, Bruno, wir werden, Sie werden einen historischen Moment erleben. Einen historischen Moment für unser Land, für unsere Republik."

"Es ist eine große Ehre, Ihnen zu sagen, dass Sie durch den Bund der Ehe vereint sind", schloss die Bürgermeisterin die Zeremonie, woraufhin sich die Frischvermählten unter dem Beifall der Gäste küssten. Während der Frank-Sinatra-Klassiker "Love and Marriage" lief, nahm das Paar die Glückwünsche der Gäste entgegen.

Der Hochzeit wohnte auch die französische Regierungssprecherin und Frauenministerin Najat Vallaud-Belkacem bei. Sie betonte aber, sie tue dies außerhalb ihrer offiziellen Funktionen.

Die Homo-Ehe war zentrales Wahlversprechen von Präsident François Hollande. Doch gegen die Einführung hatte es massiven Widerstand gegeben. Die konservative Opposition und die katholische Kirche liefen Sturm gegen das Vorhaben, bei Demonstrationen gingen mehrfach Hunderttausende Menschen auf die Straße. Radikale Gegner der Homo-Ehe vor allem aus dem rechtsextremen Lager haben angekündigt, weiter gegen die umstrittene Reform kämpfen zu wollen.

Die Behörden hatten deswegen Störaktionen in Montpellier befürchtet und Dutzende Polizisten mobilisiert. Zu größeren Zwischenfällen kam es am Rande der Zeremonie nicht, ein Demonstrant entzündete vor dem Rathaus ein bengalisches Feuer, die Polizei griff schnell ein. Vor der Zeremonie ging ein Drohanruf ein, woraufhin das Rathaus durchsucht wurde.

wit/AFP/dpa