Nach Trunkenheitsfahrt Gibson beginnt Entgiftung
Los Angeles - Der Hollywood-Star Gibson hat gestern eine Entgiftung begonnen. Das teilte sein Sprecher mit. Nähere Angaben zu dem Programm, dem sich der 50-jährige Schauspieler unterzieht, wollte der Sprecher nicht machen.
Nach Polizeiangaben war Gibson betrunken auf einer Küstenstraße in Malibu, Kalifornien mit 140 Stundenkilometern fast doppelt so schnell wie erlaubt gefahren. Bei seiner Festnahme soll er zudem judenfeindliche Bemerkungen gemacht haben. Der Entertainment-Webseite TMZ.com zufolge sagte Gibson unter anderem: "Die Juden sind für alle Kriege in der Welt verantwortlich. Sind Sie ein Jude?"
Gegen eine Kaution von 5000 Dollar kam der Schauspieler schließlich auf freien Fuß. Die Bezirksstaatsanwaltschaft bestätigte, dass sie den Fall erhalten habe und prüfe, hieß es. Die Anklageerhebung sei vorläufig für den 28. September angesetzt worden.
In einer Erklärung an die TV-Promisendung "Access Hollywood" entschuldigte sich Gibson für sein Verhalten und gestand sein Alkoholproblem. Seit er erwachsen sei, habe er gegen den Alkoholismus gekämpft. Er bedaure seinen Rückfall sehr. "Ich habe wie jemand gehandelt, der völlig die Kontrolle verloren hat."
Unterdessen rief eine jüdische Organisation die Filmindustrie zu einem Boykott von Gibsons Filmen auf. Der nationale Direktor der Liga gegen Verleumdung, Michael Foxman, sagte, in einer Zeit eskalierender Spannungen in der Welt dürfe Gibson "mit derart aufrührerischen Äußerungen" nicht so davonkommen. Seine Entschuldigung sei ohne Reue und unzureichend. "Menschen in der Unterhaltungsindustrie, ob Juden oder nicht, müssen ihn professionell meiden und sich weigern, mit ihm zusammenzuarbeiten - selbst wenn es ihnen am Ende selbst ein Opfer abverlangt", sagte er.
Der in Amerika geborene und in Australien aufgewachsene Gibson ist strenggläubiger Katholik. Er war in den achtziger Jahren durch die Filmreihen "Mad Max" und "Lethal Weapon" bekannt geworden. Für seinen Film "Braveheart", bei dem er Regie geführt hatte, wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet. Gibson spielte außerdem in Filmen wie "Was Frauen wollen" und "Fletchers Visionen". Furore machte zuletzt sein Film "Die Passion Christi" über die letzten Stunden im Leben von Jesus Christus.
aki/AFP/AP