Papst Franziskus prangert Armut in Südamerika an - DER SPIEGEL
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Papst-Reise Franziskus prangert Armut in Südamerika an

Zum Auftakt seiner ersten Südamerika-Reise ist Papst Franziskus in Ecuador gelandet. Er sprach über die sozialen Probleme auf dem Kontinent - und mahnte Achtung für die Schwächsten an.
Papst Franziskus: Bei der Landung in Quito wehte dem Kirchenoberhaupt das Scheitelkäppchen vom Kopf
Papst Franziskus: Bei der Landung in Quito wehte dem Kirchenoberhaupt das Scheitelkäppchen vom Kopf

Papst Franziskus: Bei der Landung in Quito wehte dem Kirchenoberhaupt das Scheitelkäppchen vom Kopf

Foto: VINCENZO PINTO/ AFP
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Papst Franziskus hat in Ecuador seine erste große Südamerika-Reise mit einem Aufruf zum Dialog begonnen. Der Argentinier traf am Sonntag nach einem 13-stündigen Flug in der Hauptstadt Quito ein.

"Im Evangelium können wir die Schlüssel finden, mit denen wir uns den aktuellen Herausforderungen stellen können - indem wir die Unterschiede schätzen sowie den Dialog und die Beteiligung ohne Ausgrenzungen fördern", sagte Franziskus.

Eine Schuld, die ganz Südamerika trägt

Dabei sei besonders auf die Schwächsten und die verletzlichsten Minderheiten zu achten. Dass dies zu wenig geschehe, sei eine Schuld, die ganz Lateinamerika noch trage, sagte Franziskus, der auch als "Papst der Armen" bezeichnet wird.

Ecuadors Präsident Rafael Correa hatte die soziale Frage als das Grundproblem Lateinamerikas bezeichnet. Für die Armut in der Region seien "perverse politische, soziale und wirtschaftliche Systeme" verantwortlich, sagte Correa in Anwesenheit des Papstes.

Franziskus erwähnte den ecuadorianischen Vulkan Chimborazo als den nächsten Punkt der Erde zu Mond, Sonne und Sternen. Die Kirche werde allgemein mit dem Mond identifiziert, die Sonne mit Jesus. Wenn der Mond sich vor der Sonne verstecke, versinke er in Dunkelheit. Auch die Kirche verliere ihr Licht, wenn sie sich vor der Sonne verberge, warnte er.

Auf dem 45 Kilometer langen Weg vom Flughafen in die Stadt wechselte der Papst von einem geschlossenen Wagen ins offene Papamobil, um die zahlreichen Menschen am Straßenrand beim Vorbeifahren besser grüßen zu können.

Eine Messe vor Häftlingen

Als erster Höhepunkt der neunten Auslandsreise des Papstes ist eine Messe in der Pazifikmetropole Guayaquil vorgesehen. Es werden bis zu zwei Millionen Menschen erwartet. Der achttägige Besuch auf dem Kontinent führt Franziskus von Ecuador aus weiter nach Bolivien und Paraguay.

In Bolivien will er in Santa Cruz de la Sierra eine Messe halten und auch die Haftanstalt Palmasola besuchen, in der knapp 5000 Häftlinge leben. In Paraguay stehen zwei Messen und ein Jugendtreffen auf dem Programm.

Seine Heimat Argentinien besucht der Papst voraussichtlich erst nächstes Jahr nach der Präsidentenwahl. Neben der Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner werden aber in Paraguay zum Papstbesuch mehrere Hunderttausend Argentinier erwartet. Am 13. Juli kehrt Franziskus nach Rom zurück.

sms/dpa