Papst Franziskus: Besuch in Sarajevo - DER SPIEGEL
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Besuch in Sarajevo: Papst Franziskus als "Pilger des Friedens"

Foto: Jasmin Brutus/ dpa

Papst Franziskus in Sarajevo "Es ist wie ein dritter Weltkrieg"

Papst Franziskus hat in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo die "Kriegsstimmung" in der Welt beklagt. Bei einer Freiluftmesse mit 60.000 Teilnehmern im Olympiastadion rief er zu Frieden auf - und zur Aussöhnung zwischen den Religionen.
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Papst Franziskus sorgt sich angesichts zahlreicher bewaffneter Konflikte um den Frieden in der Welt. "Es ist wie ein dritter Weltkrieg, der Stück für Stück ausgetragen wird", sagte das katholische Kirchenoberhaupt bei seinem Besuch in Sarajevo - während einer Freiluftmesse im Olympiastadion vor mehr als 60.000 Besuchern.

"Einige wollen diese Atmosphäre absichtlich erzeugen und schüren", sagte der Papst. Er verurteilte diejenigen, die ein politisches Interesse an Konflikten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen hätten oder die versuchten, sich durch den Verkauf von Waffen zu bereichern.

Krieg verursache nur Zerstörung und Leid, sagte der Papst. "Ihr wisst das sehr gut, ihr habt es hier erlebt: welch ein Leiden, welche Zerstörung, welch ein Schmerz", sagte der Papst mit Blick auf den Bosnienkrieg in den Jahren 1992 bis 1995 zwischen muslimischen Bosniern, orthodoxen Serben und katholischen Kroaten. Etwa 100.000 Menschen wurden damals getötet, alleine 12.000 von ihnen in Sarajevo.

Heute könne die Stadt der Welt als Vorbild dienen, sagte Franziskus. Sarajevo zeige, dass das Zusammenleben "verschiedener Ethnien und Religionen möglich ist". Zugleich rief er alle Menschen in Bosnien-Herzogowina auf, noch mehr aufeinander zuzugehen. "Selbst die Wunden der Vergangenheit können so verheilen."

Seit dem Abkommen von Dayton, mit dem 1995 der Balkan-Krieg beendet wurde, ist Bosnien in die Muslimisch-Kroatische Föderation und die serbische Republik Srpska mit einer mehrheitlich christlich-orthodoxen Bevölkerung aufgeteilt.

wit/AFP/dpa