Reise durch Afrika Papst wettert gegen den "Gott des Geldes"
Papst Franziskus: Reise durch drei afrikanische Länder
Foto: GIUSEPPE CACACE/ AFPAuf seiner Afrika-Reise haben Slum-Bewohner in Nairobi Papst Franziskus bejubelt. Der Papst verurteilte die "abscheuliche Ungerechtigkeit", die Millionen Menschen zum Leben in Elendsvierteln zwinge. Dafür seien Minderheiten verantwortlich, die sich nur um Geld und Macht sorgten, aber nicht um das Gemeinwohl, sagte der 78-Jährige.
Der Besuch in Nairobis Armenviertel Kangemi gilt als eine der wichtigsten Stationen der sechstägigen Afrika-Reise des Papstes. In dem Slum leben etwa 100.000 Menschen auf engstem Raum zusammen. Mehr als die Hälfte der rund drei Millionen Einwohner Nairobis lebt in Slums.
Die Armen "haben einen besonderen Platz in meinem Leben und meinen Entscheidungen", sagte das Kirchenoberhaupt. "Ich bin hier, weil ich möchte, dass ihr wisst, dass mir eure Freuden und Hoffnungen, eure Ängste und Traurigkeiten nicht gleichgültig sind." Auf ein solides Dach über dem Kopf, trinkbares Wasser, eine Toilette und Strom hätten alle Familien ein Recht, sagte der Papst.
Elendsviertel: Armut in Nairobi
Franziskus bezeichnete den Zugang zu sicherem Trinkwasser als fundamentales Menschenrecht. "Einer Familie unter irgendeinem bürokratischen Vorwand das Wasser zu verweigern, ist eine große Ungerechtigkeit, vor allem, wenn aus dieser Not ein Nutzen gezogen wird." Menschen seien wichtiger als der "Gott des Geldes", sagte Franziskus. Der Argentinier hat die Bekämpfung der Armut zu einem Kernanliegen seines Pontifikats gemacht.
Nach dem Besuch im Slum hielt der Papst eine Ansprache vor Zehntausenden Jugendlichen. Er warnte eindringlich vor Korruption, die ein "Weg des Todes" sei. Wer Bestechungsgeld akzeptiere, zerstöre sein Herz, seine Persönlichkeit und sein Land. Die Opfer seien Arme, die von der Regierung vernachlässigt würden, und Kranke, für deren Behandlung kein Geld mehr da sei.
Franziskus forderte zudem dazu auf, sich einsamer junger Menschen anzunehmen, um eine Radikalisierung zu verhindern, die zu Gewalt und Terror führen könne. Kenia wurde in den vergangenen Jahren von Terroranschlägen der aus Somalia stammenden islamistischen Schabab-Miliz erschüttert.
Afrika ist die Weltregion, in der die katholische Kirche am meisten wächst. Am Nachmittag stand der Weiterflug nach Uganda auf dem Programm. Dort will Franziskus bis Sonntag bleiben und dann in die Zentralafrikanische Republik weiterreisen.
Dort ist die Not gewaltig: Laut Unicef brauchen rund 1,2 Millionen Kinder dringend humanitäre Hilfe. Fast drei Jahre religiös motivierter Gewalt zwischen Christen und Muslimen hätten katastrophale Folgen für das Leben von Kindern gehabt. Der Papst will bei seinem Besuch zur Versöhnung der verfeindeten Gruppen beitragen.