Party Hunderttausende feiern Europa
Berlin - Ein Feuerwerk war der Abschuss einer lauen Sommernacht, in der hunderttausende Menschen stimmungsvoll den 50. Jahrestag feierten. 77 Festzelte rund um das Brandenburger Tor luden das Publikum zur Informations-Tour ein, Musiker aus allen Ländern Europas bildeten das musikalische Rahmenprogramm auf der Bühne. Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Rockstar Joe Cocker. Die Italienierin Gianna Nannini, die eigentlich ebenfalls kommen sollte, hatte aus politischen Gründen urzfristig abgesagt. "Bei solchen Festen werden zu viele leere Worte gesprochen", soll die Künstlerin als Begründung genannt haben.
Bereits in der Nacht zu Sonntag war in den Museen, Clubs und Discos der Hauptstadt Party angesagt. Rund 18.000 Besucher, darunter auch europäische Staats- und Regierungschefs, kamen nach Angaben der Veranstalter zudem in die 14 beteiligten Staatlichen Museen zu Berlin, die unter dem Motto "Europa-Nacht der Schönheit" mit Sonderausstellungen und -programmen lockten.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte als Schirmherr des Kulturereignisses zur Eröffnung: "Europa gab es nicht geschenkt, sondern es wurde errungen aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges. Heute ist es für Jüngere eine Selbstverständlichkeit. Ältere schütteln darüber den Kopf, manchmal nicht zu Unrecht."
Auf den Stufen des Pergamonaltars drängten sich die Zuschauer für zwei Auftritte der Tänzer um die Choreografin Sasha Waltz. Das Ensemble zeigte erstmals Ausschnitte aus ihrer Opernchoreografie "Medea". Die Gemäldegalerie stellte unter anderem Werke von Peter Paul Rubens aus, die aus konservatorischen Gründen nur selten zu sehen sind.
Abseits von den EU-Feierlichkeiten räkelte sich unterdessen Eisbär Knut wohlig im Glanz seines Publikums. Der kleine Star genoss im Berliner Zoo die bewundernden Blicke der Zuschauer, zu denen auch der stellvertretende EU-Kommissionspräsident Franco Frattini gehörte. Knut war vor dreieinhalb Monaten geboren und ist die heimliche Attraktion der Hauptstadt - Europa hin oder her.
reh/AP/dpa