Pitt über Jolies Mastektomie - DER SPIEGEL
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Angelina Jolies Brust-Amputation: "Absolut heldenhaft"

Foto: ? Kevin Lamarque / Reuters

Pitt über Jolies Brustentfernung "Ein glücklicher Tag für unsere Familie"

Das Umfeld von Angelina Jolie reagiert auf ihre Entscheidung, sich aus Angst vor Krebs beide Brüste entfernen zu lassen. Ehemann Brad Pitt nannte den Schritt "absolut heldenhaft". Vater John Voight erfuhr von den Operationen angeblich aus dem Internet: "Ich war überrascht und tief bewegt."
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New York - Angelina Jolie ist ein körperbewusster Hollywood-Star. Sie kennt den Wert ihrer Schönheit, ist aber intelligent genug, ihn nicht zu überschätzen. Ihre Entscheidung, sich beide Brüste amputieren zu lassen, um ihr Krebsrisiko von über 80 auf fünf Prozent zu minimieren, war ein uneitler, rationaler Schritt. Eine Liebeserklärung an ihre Kinder und das Leben, aber auch die Erkenntnis, dass man Dinge, die man noch kontrollieren kann, auch kontrollieren sollte, wie sie selbst sagte.

Eine Einstellung, die ihr viel Lob einbrachte, auch von ihrem Lebensgefährten Brad Pitt, der sie zu dem Eingriff in die Klinik begleitet hatte. "Ich habe die Entscheidung miterlebt, ich finde Angies Wahl heldenhaft, wie die so vieler anderer, absolut heldenhaft", sagte er dem britischen "Evening Standard". "Alles, was ich ihr wünsche, ist ein langes und gesundes Leben, mit mir und unseren Kindern", so Pitt weiter. "Dies ist ein glücklicher Tag für unsere Familie."

Das Paar hat sechs Kinder: Maddox, 11, Pax, 9, Zahara, 8, Shiloh, 6, und die vier Jahre alten Zwillinge Knox and Vivienne. Jolie schrieb, sie habe die präventive Mastektomie auch vornehmen lassen, damit sie ihren Kindern sagen könne, "dass sie keine Angst haben müssen, mich zu verlieren".

Die Schauspielerin trägt laut eigener Aussage ein mutiertes BRCA-Gen in sich, das ihr Risiko für Brust- und Eierstockkrebs erheblich erhöht. Ihre Mutter Marcheline war 2007 im Alter von 56 Jahren nach langem Kampf an Eierstockkrebs gestorben.

Jolies Vater "überrascht und tief bewegt"

Jolie ihrerseits hatte Pitt für seine Unterstützung gelobt. "Ich habe Glück, dass ich einen Partner habe, Brad Pitt, der so liebevoll ist und mich unterstützt. Also an alle, die eine Frau oder eine Freundin haben, die da durchgeht, denken Sie daran, dass Sie ein sehr wichtiger Teil der Verwandlung sind." Pitt sei stets an ihrer Seite gewesen während der Operationen. "Wir haben es sogar geschafft, zusammen zu lachen. Wir wussten, dass es das Richtige war für unsere Familie und dass es uns näher zusammenbringen würde. Und das hat es."

Jolies Vater, der Schauspieler Jon Voight, erfuhr über das Internet von der Operation. Mit ihm verband Jolie über Jahre hinweg eine durchaus konfliktgeladene Beziehung. Erst 2011 schlossen die beiden Frieden. Voight zeigte sich erstaunt über Jolies Artikel in der "New York Times", zumal er sie laut eigener Aussage noch am Montag getroffen hatte.

"Ich war überrascht wie jeder und tief bewegt von der Art und Weise, wie sie damit umgeht", sagte er den "New York Daily News". "Ich habe sie vor zwei Tagen mit meinem Sohn Jamie gesehen. Wir haben uns getroffen, um seinen Geburtstag zu feiern, mit ihr und Brad. Aber ich hatte keine Ahnung. Es fiel überhaupt nicht auf." Er könne seine Liebe und Bewunderung für die Tochter nicht in Worte fassen, so Voight.

Klinik will "unzählige" Menschenleben retten

In ihrem Text  auf der Meinungsseite der "New York Times" erwähnte Jolie auch explizit den Namen der Klinik, in der sie sich behandeln ließ: das "Pink Lotus Breast Centre". Nach der Brustamputation zeigte sich die Gründerin des Zentrums zuversichtlich, dass mit derartigen Operationen "unzählige" Menschenleben gerettet werden könnten. Sie befürworte den "wagemutigen" Schritt Jolies, sagte Kristi Funk in Beverly Hills.

"Wir hoffen, dass die Aufmerksamkeit, die sie rund um die Welt erregt, unzählige Leben retten wird." Einzelheiten zum Fall Jolie würden später mitgeteilt. Auf der Klinik-Website war davon die Rede, dass demnächst auch Hintergrundwissen zu Jolies Entscheidung veröffentlicht werden solle.

ala/dpa