Piusbrüder schließen Holocaust-Leugner Richard Williamson aus - DER SPIEGEL
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Ungehorsam Piusbrüder schließen Holocaust-Leugner Williamson aus

Jetzt ist es offiziell: Die traditionalistische Piusbruderschaft hat den Holocaust-Leugner Richard Williamson ausgeschlossen. Es mangele dem Bischof an Gehorsam und Respekt gegenüber der Führung, so die Begründung.
Bischof Williamson (2007): Mangel an Respekt und Gehorsam
Bischof Williamson (2007): Mangel an Respekt und Gehorsam

Bischof Williamson (2007): Mangel an Respekt und Gehorsam

Foto: ddp
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Stuttgart - Der Bischof habe sich "seit mehreren Jahren von der Führung und Leitung der Priesterbruderschaft entfernt und sich geweigert, den Respekt und den Gehorsam zu bezeigen, den er seinen rechtmäßigen Oberen schuldet": Die Piusbrüder haben den Holocaust-Leugner Richard Williamson ausgeschlossen. "Diese schmerzhafte Entscheidung" sei notwendig geworden "aus Sorge um das Gemeinwohl der Bruderschaft St. Pius X. und einer guten Leitung derselben", teilte das Generalhaus der Traditionalisten am Mittwoch in Menzingen (Schweiz) mit.

Dem Ausschluss vorausgegangen war ein internes Disziplinarverfahren. In den vergangenen Jahren hatten sich mehrere Mitglieder über Williamson beschwert. Aus dem Generalkapitel, der Führungsspitze der Bruderschaft, war er bereits hinausgeworfen worden. Bis auf Predigten verbot man ihm jede öffentliche Tätigkeit.

Zuletzt hatte Williamson im Internet den Chef der Bruderschaft, Bernard Fellay, als durchtrieben beschimpft sowie dessen Mitstreiter Niklaus Pfluger vorgeworfen, er sei "absolut fanatisiert" und ein "bösartiger Geist". Fellay hatte Williamson daraufhin aufgefordert, seine Kommentare auf der Website dinoscopus.org zu löschen, andernfalls drohe der Rauswurf.

Williamson war im Juni 1988 zusammen mit drei weiteren Bischöfen im Schweizer Ecône für die Priesterbruderschaft St. Pius X. geweiht worden. Die Bruderschaft war aus Protest gegen die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils gegründet worden.

Im November 2008 hatte Williamson im oberpfälzischen Zaitzkofen im Interview mit einem schwedischen Fernsehteam den Holocaust geleugnet und die Existenz von Gaskammern im Nationalsozialismus bestritten. Der Fall hatte die katholische Kirche in eine schwere Krise gestürzt. Denn genau zu der Zeit, als das Interview öffentlich wurde, hatte der Vatikan die Aufhebung der Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Bischöfe der Piusbruderschaft bekanntgegeben. Papst Benedikt XVI.erklärte damals, er habe von dem Interview nichts gewusst.

ala/dapd