Polizei-Outfit Der große Fellmützen-Frust
Hamburg/Düsseldorf - Die Temperaturen sinken wieder - für die Polizei in Nordrhein-Westfalen nicht nur aus Kältegründen unangenehm. Denn jetzt müssen die Beamten eine ungeliebte Kopfbedeckung rausholen. Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) habe nur ein Modell im Angebot - eine Fellmütze nach russischer Art, sagte der Vize-Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert, dem "Westfalen-Blatt" vom Samstag. "Und mit der machen wir uns zum Affen."
Laut Plickert testete das Innenministerium deshalb Baseball-Mützen mit Ohrenschützern - diese hätten jedoch im Test versagt. Die Beamten hätten nun am liebsten einfache Woll- oder Fleecemützen, sagte der stellvertretende GdP-Landeschef weiter.
Das Innenministerium lehne das aber ab, obwohl die Lösung kostengünstig ausfallen würde. Ein Sprecher des LZDP sagt dem "Westfalen-Blatt" dazu: "Es geht auch um das Erscheinungsbild der Beamten in der Öffentlichkeit. Eine Fellmütze macht nun mal mehr her."
Wie es aussieht, werden sich die meisten Beamten zwischen Münster und Köln also dieses Jahr einen Satz kalte Ohren holen. Tragen will das laut Polizeizentrale so ansehnliche Fellbüschel nämlich offenbar kaum einer: Von den 15.000 Streifenpolizisten, so Polizeigewerkschafter Plickert, hätten nur rund 1000 eine solche Mütze angefordert. Für Plickert nur zu gut nachvollziehbar: "Wir sind doch nicht in Moskau."