US-Polizeikontrolle Der Ice-Cream-Schocker
In Halifax im US-Bundesstaat Virginia gibt es seit vergangener Woche eine neue Vorschrift: die Kraftfahrzeugverordnung 1.7.3.9. Polizeichef Kevin Lands und sein Kollege Brian Warner wollten dafür Sorge tragen, dass diese auch adäquat umgesetzt wird.
Gemeinsam stoppten sie einen Pkw und fragten die Frau am Steuer, ob sie wisse, weshalb man sie anhalte. "Nein, ich meine, nein, Sir", antwortete die Afroamerikanerin sichtlich nervös. "Kennen Sie die Kraftfahrzeugverordnung 1.7.3.9?", setzte Officer Warner nach, ein bulliger Mann mit Sonnenbrille und großflächigem Unterarm-Tattoo. "Nein", so die scheue Antwort.
"Also, es ist gesetzeswidrig, an einem heißen Tag ohne ein Eis Auto zu fahren", erklärt der Polizist und reicht der Frau und ihrem Begleiter ein Eis am Stil. Das Polizeipräsidium von Halifax wolle dafür sorgen, dass jeder die neue Regel befolge und ein Eis am Steuer dabei habe. Schallendes, sehr erleichtertes Gelächter auf Seiten der Kontrollierten. Wohlwollendes PR-Grinsen auf Seiten der Polizisten.
Auf die Frage, wie die Polizei von Halifax auf diese eigenartige Form der Selbstvermarktung gekommen sei, antwortete Polizeichef Lands, man habe versucht, "den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern".
Nun ist es für jeden Autofahrer eine nervenaufreibende Sache, von einer Polizeistreife angehalten zu werden. Der eine oder andere fühlt sich augenblicklich ertappt und irgendwie schuldig, auch wenn er sich gar nichts hat zuschulden kommen lassen.
Die auf Video dokumentierte Begegnung mit den Eis-Cops endet fröhlich und von beiden Seiten aus wohlwollend, hinterlässt aber einen bitteren Nachgeschmack: Angesichts der vielen gewalttätigen Übergriffe von US-Polizisten auf afroamerikanische Bürger ist die anfängliche Anspannung im Gesicht der Fahrerin ein allzu deutliches Zeichen für den ungleich höheren Stress, unter dem Schwarze bei solchen Kontrollen stehen.