Rom: Homophober Kellner nennt Gast Schwuchtel - DER SPIEGEL
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Homophobie in römischem Restaurant "Pecorino nein - Schwuchtel ja"

In Rom ist ein schwules Paar von einem Kellner homophob beleidigt worden - via Rechnung. Auch ein US-Amerikaner erhielt per Kassenbon eine rassistische Botschaft: "Wir geben Terroristen kein Trinkgeld."
"Locanda Rigatoni" im Zentrum von Rom
"Locanda Rigatoni" im Zentrum von Rom

"Locanda Rigatoni" im Zentrum von Rom

Foto: Google Street View
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Das Restaurant "Locanda Rigatoni" liegt unweit des Lateranpalastes im Zentrum der ewigen Stadt. Es erstreckt sich über zwei Etagen, bietet 90 Gästen Platz und ist auf bescheidene Art elegant: edle Hölzer, nacktes Mauerwerk, hier und da ein wenig Shabby Chic.

Die Betreiber versprechen eine "raffinierte, aber gleichzeitig auch zwanglose Atmosphäre". Das Personal wird auf der hauseigenen Webseite als "höflich und aufmerksam" gerühmt, seinem "vielseitigen Geist" werde Raum für Kreativität gegeben.

Dass diese "Kreativität" seltsame Blüten treibt, musste ein homosexuelles Paar feststellen, dass am vergangenen Donnerstag im "Locanda Rigatoni" essen war. Zur Pasta Carbonara hatten die beiden Männer statt Pecorino Parmesan geordert. Als sie später die Rechnung erhielten, trauten sie ihren Augen nicht: Auf dem Kassenbon stand unter den verzehrten Speisen: "no pecorino, sì frocio", auf Deutsch etwa: "Pecorino nein, Schwuchtel ja".

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Der 21-jährige Gast und sein Freund hätten daraufhin dem Kellner klargemacht, dass ein solcher Kommentar nicht witzig wäre, berichtete Fabrizio Marrazzo von der italienischen LGBT-Hilfsorganisation Gay Center. Der Kellner habe daraufhin gelacht und erklärt, es habe sich lediglich um einen Computerfehler gehandelt. Dabei habe er weiter schlechte Witze gemacht.

"Weißt du, niemand lacht hier", zitiert die "Repubblica" den 21-Jährigen. "Du bist eine sehr kindische Person, niemand hat sich je erlaubt, so mit mir zu sprechen." An diesem Punkt sei die Besitzerin des Lokals eingeschritten. Auch sie habe von einem Computerfehler gesprochen und versucht, die Sache herunterzuspielen. Nach etwa einer halben Stunde habe sie erklärt, das Paar müsse die Rechnung nicht bezahlen. Für den homophoben Ausfall entschuldigt habe sich aber niemand, berichtete das schwule Paar.

Die beiden Männer wandten sich an die "Gay Help Line" und bekamen dort eine juristische Beratung. Der Vorfall in dem Restaurant sei sehr ernst, aber beileibe keine Ausnahme, sagte Marrazzo vom Gay Center. "Wie erhalten jedes Jahr mehr als 20.000 Meldungen über homophobe Vorkommnisse."

Es sei inakzeptabel, dass ein schwules Paar im Zentrum der Hauptstadt nicht in ein Restaurant gehen könne, ohne beleidigt zu werden und sich den Abend zu ruinieren. "Wir fordern die Bürgermeisterin auf, die Lizenz des Restaurants zu prüfen und Sanktionen in Betracht zu ziehen." Bürger und Touristen seien aufgefordert, das Lokal zu boykottieren.

Das "Locanda Rigatoni" ist nur eines von offenbar zahlreichen Lokalen weltweit, die mit Kommentaren auf Rechnungen Negativschlagzeilen machen. Bereits Anfang 2017 erregte ein ähnlicher Fall Aufsehen. Damals entdeckte die Kellnerin Kelly Carter aus Ashburn im US-Bundesstaat Virginia folgende Botschaft auf einer Rechnung: "Großartiger Service, aber ich gebe Schwarzen kein Trinkgeld."

Da die Stundenlöhne in den USA in der Gastronomie sehr niedrig sind, gilt die ungeschriebene Regel, bis zu 20 Prozent der Rechnungssumme Trinkgeld zu zahlen. Nach dem Vorfall kamen viele Menschen in "Anita's New Mexico Style Cafe", um Kelly Carter zu unterstützen und ihr Geld zu geben.

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war auch der Fall eines Kellners aus den USA aufgeführt, der öffentlich gemacht hatte, auf einer Rechnung mit den Worten "Wir geben Terroristen kein Trinkgeld" beleidigt worden zu sein. Inzwischen hat der Mann zugegeben, die Nachricht auf dem Bon selbst geschrieben zu haben. Wir haben die Passage entfernt. Mehr zu dem Fall lesen Sie hier.

ala

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