Rouen in Nordfrankreich Großbrand in Chemiefabrik - Bürger sollen zu Hause bleiben
Rauchwolken über Rouen
Foto: Philippe Lopez/ AFPIn einer Chemiefabrik in der Stadt Rouen in Nordfrankreich brennt es. Französische Medien berichteten von riesigen Flammen und Explosionen in der Fabrik. Die Präfektur der Region Normandie riet den Bürgern, die Gegend zu meiden.
Den Behörden zufolge seien bislang keine Menschen zu Schaden gekommen. Anwohner in einem Umkreis von 500 Metern sollten zu Hause blieben, riet das Innenministerium. In Rouen und zehn umliegenden Gemeinden bleiben Schulen und Kinderkrippen geschlossen. Bewohner von Altenheimen sind angehalten, diese nicht zu verlassen.
Laut Pierre-André Durand, Präfekt der Region Normandie, besteht "das Risiko, dass die Seine durch überlaufende Rückhaltebecken verschmutzt wird". Bislang gebe es aber keine "hohe Giftigkeit" bei Proben. Derzeit seien etwa 200 Feuerwehrleute mit rund 60 Löschfahrzeugen im Einsatz.
Die Brandursache ist noch unklar. In der Fabrik des Unternehmens Lubrizol werden Zusatzmittel für Öle hergestellt. Damit gehört die Fabrik in die sogenannte Seveso-Kategorie von gefährlichen Produktionsstandorten, die von Behörden besonders überwacht werden. In der italienischen Gemeinde Seveso war es 1976 zu einem verheerenden Chemieunfall gekommen.
Rouen ist die Hauptstadt der Region. Sie liegt an der Seine zwischen Paris und der Hafenstadt Le Havre.