Schicksale: Erst Lotto-Millionen, dann Hartz IV - DER SPIEGEL
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Schicksale Erst Lotto-Millionen, dann Hartz IV

Irgendwo in Deutschland könnte heute jemand glauben, ein sorgenfreies Leben stehe bevor. Die Zukunft abgesichert durch die wahnwitzige Summe von 37 Millionen Euro aus dem Lotto-Jackpot. Für Michael Broers wurde der Traum von den Lotto-Millionen vor zwölf Jahren wahr. Heute lebt er von Hartz IV.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Die Glückszahlen waren: 3, 10, 13, 14, 23 und 28. Zwanzig Jahre lang hatte Michael Broers immer den gleichen Lottotip gespielt. Im Dezember 1994 dann kam der große Moment: Er knackte den Jackpot und war über Nacht um 2,7 Millionen reicher. Auf einen Schlag war der damals 35-Jährige schuldenfrei und am Anfang auch glücklich.

Mit seinem nagelneuen Mercedes-Benz bereist er Sylt, im 100.000 Mark teuren Wohnmobil geht er campen. In einem Gewerbegebiet bei Oldenburg erfüllt sich der gelernte Kfz-Mechaniker seinen Lebenstraum: Ein eigenes Autohaus für den gehobenen Anspruch.

Doch dann beginnen für ihn die Probleme: Broers stellt die halbe Familie im eigenen Betrieb an, großzügig beschenkt er Freunde und Verwandte.

Wenige Jahre später dann der Absturz: Der Millionär kommt ins Gefängnis. Im offenen Vollzug darf Broers zwar tagsüber raus, aber nicht in seinem Betrieb arbeiten. Er überlässt seinem Vater, den Brüdern und seiner zweiten Frau die Firmenleitung. Zu diesem Zeitpunkt laufen die Geschäfte bereits schleppend. Personalkosten von rund 60.000 Mark monatlich nagen an den Geldreserven.

Als Broers aus dem Gefängnis kommt, hat er seine Familie verloren und keinen müden Cent mehr. Heute lebt er in Delmenhorst in einer Zwei-Zimmer-Wohnung und von Hartz IV.

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