Schlammlawine Verwirrung um angebliche Rettung
Guinsaugon - Ein Sprecher des philippinischen Innenministeriums sagte, eine Gruppe von US-Marines hätte die Menschen unter dem Erdreich entdeckt. Ein Sprecher der US-Armee sagte jedoch, er habe die Information bekommen, es seien bislang keine Überlebenden gefunden worden. Ein Mitarbeiter der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit sagte, man habe anhand von Messergebnissen geschätzt, dass noch 50 Überlebende unter der Erde auf Rettung warteten. Zuvor hatten die Retter mit Spezialgeräten klopfende und schabende Geräusche erlauscht. Es sei möglich, dass das Gebäude nicht mit voller Wucht von der Schlammlawine getroffen worden sei und deswegen noch Lücken mit Atemluft vorhanden seien, sagte ein Sprecher.
Die Helfer haben die Hoffnung nie ganz aufgegeben, noch Überlebende zu finden. Ein Behördenvertreter hatte immer wieder auf einen Erdrutsch verwiesen, der sich 2004 in der Provinz Quezon ereignete und fast 2000 Menschen tötete. Damals seien noch nach zehn Tagen Überlebende aus dem Schlamm gezogen worden, sagte der Mann. Angehörige hatten am Samstag berichtet, sie hätten noch in den frühen Morgenstunden SMS-Botschaften von im Schulgebäude eingeschlossenen Kindern erhalten. Demnach sei es den Kindern und ihren Lehrern noch rechtzeitig gelungen, die Fenster und Türen zu schließen, sagte die Gouverneurin der Provinz, Rosette Lerias.
Dutzende Rettungskräfte, unter ihnen 30 Soldaten der US-Marine, sind weiterhin an der Unglücksstelle im Einsatz. Sie versuchen nun, einen Tunnel in die Erdmassen zu bohren, um sich einen besseren Zugang zu der Schule und dem ehemaligen Festsaal des Dorfes zu verschaffen. Allein in der Schule befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks Schätzungen zufolge mehr als 240 Menschen. Offiziellen Angaben zufolge werden derzeit noch knapp tausend Menschen vermisst. 80 Tote wurden bislang geborgen.
Einige Lokalpolitiker hatten kurz nach der Katastrophe die Zahl der möglichen Opfer mit bis zu 3000 beziffert. Später war diese Zahl jedoch wieder korrigiert worden.
rom/AFP