Schlankheitswahn Joanne Rowling wettert gegen Magermodels
London - In einem Magazin hatte Rowling Fotos von einem Model entdeckt, das "entweder ernsthaft krank war oder an einer Ess-Störung litt", berichtete die Autorin in dem leidenschaftlichen Essay. Modezeitschriften würden immer dünnere Models abbilden, und sie wolle auf keinen Fall, dass ihre Töchter, die 15 Monate alte Mackenzie und die zwölfjährige Jessica, "strohdumme, selbstsüchtige, ausgemergelte Klone" würden, schrieb die "Harry Potter"-Erfinderin.
"Ich möchte lieber, dass sie unabhängig werden, interessant, idealistisch, freundlich, eigenwillig, lustig, tausend Dinge, die alle wichtiger sind, als dünn zu sein", schreibt die Schriftstellerin weiter. Das Mädchen auf dem Bild könne noch so oft sagen, dass es normal esse und einfach einen schnellen Stoffwechsel habe. Ihr eingefallener Bauch, die hervorstehenden Rippen und die dünnen Ärmchen sprächen eine andere Sprache. "Das Mädchen braucht Hilfe, aber in dieser Welt erscheint sie auf den Titelbildern."
Die 40-jährige Bestseller-Autorin beklagte sich zudem darüber, dass Frauen viel zu oft über ihr Gewicht und ihre Figur sprächen. Rowlings Bücher haben eine weltweite Auflage von 300 Millionen erreicht. Derzeit arbeitet die Multimillionärin am siebten und voraussichtlich letzten Band der "Harry Potter"-Reihe.
Rowling lobte dagegen die Sängerin Pink, die mit ihrem Titel "Stupid Girls" über die "wandelnden Zahnstocher" herziehe. Einziges Ziel dieser prominenten Frauen sei es, sich neun Mal am Tag in verschiedenen Outfits fotografieren zu lassen. Sie seien nur dazu da, das Geschäft mit überteuerten Handtaschen und rattengroßen Hunden anzukurbeln.
ffr/AFP/AP