Silvester 2009: Frohes neues Jahr!
Silvester-Countdown Deutschland stimmt sich auf 2010 ein
Hamburg/Berlin - Es wird ein nass-kaltes Silvester in Europa: In Berlin hat am Donnerstagabend Deutschlands größte Silvesterparty begonnen - bei Eis, Schnee und Temperaturen um null Grad. Auch an der Themse ist es frostig, und die Feiern in Venedig drohen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser zu fallen: Hier wird gegen Mitternacht der Höhepunkt einer Flutwelle erwartet. Trotzdem wollen sich auf dem tiefliegenden Markusplatz bis zu 60.000 Menschen versammeln.
Bereits am frühen Abend fanden sich Zehntausende Menschen in Berlin ein, um auf der über zwei Kilometer langen Festmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule das neue Jahrzehnt zu begrüßen. Nach Angaben der Veranstalter füllte sich die Festmeile jedoch langsamer als in den Vorjahren, was wohl dem Wetter zu verdanken sein dürfte; die Besucher standen zum Teil bis zu den Knöcheln im Schneematsch. Dagegen haben einige ein kreatives Mittel gefunden: Am Stand einer Sockenverkäuferin etwa waren weniger die Fußwärmer begehrt als die Plastiktüten, in denen die Ware verpackt wird. Almosen gab es für die jedoch nicht, die Frau bot kurzerhand vier Tüten für einen Euro an.
Für Mitternacht ist in Berlin dann ein gigantisches Feuerwerk angekündigt. Eigene Böller oder Raketen hingegen sind auf dem Festgelände wie üblich nicht erlaubt. Auf dem Party-Programm stehen unter anderem die britische Popband Right Said Fred und Schlagersänger Jürgen Drews. Es wird wieder mit rund einer Million Besucher gerechnet. Damit alles friedlich läuft, waren 600 Polizeibeamte, nochmal so viele Ordner und 1200 haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte im Einsatz.
In Paris und Umgebung waren derweil mehr als 8.000 Polizisten im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen. Zentrum der dortigen Silvesterfeier ist der Eiffelturm, der zum Jahreswechsel besonders prächtig illuminiert wird. In London, wo das neue Jahr eine Stunde später beginnt, schauen alle auf Big Ben. Trotz frostiger Temperaturen wurden Tausende am Ufer der Themse erwartet.
Open-Air-Partys zum Jahreswechsel dürften in Italien 2009 eher unangenehm werden: Zwischen Mailand und Rom werden starke Schnee- und Regenfälle erwartet. Als Höhepunkt des römischen Silvesterabends ist dennoch ein Freiluftkonzert am berühmten Kolosseum geplant.
Russland feiert, New York kontrolliert
In Russland hat das neue Jahr zwei Stunden früher als in Deutschland begonnen. Bei einem mächtigen Feuerwerk auf dem Roten Platz in Moskau begrüßten Zehntausende Menschen ausgelassen 2010. Vor dem nahen Lenin-Mausoleum liefen viele Moskauer auf Schlittschuhen in einer Arena mit Kunsteis ins neue Jahr.
Auch in zahlreichen Clubs der russischen Hauptstadt wurde gefeiert. Die in vielen Restaurants beliebten Feuershows mussten jedoch nach einer Brandkatastrophe in einem Nachtclub der Stadt Perm Anfang Dezember mit etwa 150 Toten unterbleiben.
Amerikas Neujahr lässt noch etwas länger auf sich warten, doch die Sicherheitsvorkehrungen bei der legendären Party am New Yorker Times Square sind bereits massiv. Die Polizei hat die Feiermeile weiträumig abgesperrt und lässt Passanten nur nach strenger Kontrolle ein. Rucksäcke sind ebenso verboten wir größere Getränkeflaschen. Am Vortag hatte ein verlassener Lieferwagen die Beamten beschäftigt, er hatte sich jedoch als harmlos herausgestellt.
Trotz der Einschränkungen und nasskalten Wetters warteten schon zwölf Stunden vor Mitternacht Tausende Touristen mit dicken Jacken, Mützen mit Ohrenwärmern und Wechselschuhen. Ihre Hartnäckigkeit passt zum diesjährigen Motto: "Let There be Courage" (zu deutsch: Lasst uns mutig sein). Wie jedes Jahr werden eine Million Gäste bei der größten Silvesterparty der USA erwartet und zahlreiche Fernsehzuschauer, die sich von zu Hause aus angucken, wie die berühmte Zeitkugel an einem Mast nach unten schwebt.
Verletzte auf den Philippinen
Schon längst im neuen Jahr angekommen ist Australien: In Sydney hat 2010 um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit einem farbenfrohen Feuerwerk begonnen, am Hafen versammelten sich mehr als eine Million Menschen. Die Korken mussten die Australier allerdings zu Hause knallen lassen: In öffentlichen Parks galt Alkoholverbot.
Auf den Philippinen fügten Böller und Raketen derweil am Silvesterabend mindestens 230 Menschen zum Teil schwere Verletzungen zu. In der im Norden gelegenen Stadt Muñoz kam ein Mann bei einem Brand ums Leben, der 25 Ladenstände für den Verkauf von Feuerwerkskörpern erfasste. Viele Philippiner glauben unter dem Einfluss chinesischer Tradition, dass eine besonders laute Neujahrsfeier Unglück und Böses vertreibt.