Silvester global: So feiert die Welt - DER SPIEGEL
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Silvester global So feiert die Welt

Hallo 2010! Weltweit haben die Menschen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag das neue Jahr begrüßt. Zu Deutschlands größter Silvesterfeier am Brandenburger Tor kamen trotz nasskalten Wetters Hunderttausende Besucher. Auch in Moskau, London, Paris und New York wurde kräftig gefeiert.
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Silvester 2009: Frohes neues Jahr!

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Hamburg/Berlin - Sie kamen später als sonst, ließen sich aber auch von Schneematsch und Kälte nicht die Laune verderben: Hunderttausende Besucher haben ausgelassen auf der Berliner Festmeile gefeiert, als zu Songs des verstorbenen Michael Jackson das Jahr 2010 eingeläutet wurde. Höhepunkt der größten Party Deutschlands war ein opulentes zehnminütiges Feuerwerk, das den Himmel über der Hauptstadt in ein buntes Farbenmeer verwandelte.

Bereits ab Beginn der Veranstaltung am frühen Abend waren Zehntausende Gäste auf das Gelände zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor gekommen. Der Andrang sei jedoch im Vergleich zu den Vorjahren zunächst schwächer gewesen, teilte der Veranstalter mit - vermutlich seien die Menschen "wegen der Kälte" erst später gekommen. Trotzdem waren schließlich wohl knapp eine Million Besucher auf der Straße des 17. Juni und drumherum.

Der Polizei zufolge waren die Feierlichkeiten "ausgesprochen ruhig und friedlich". "Es ist sehr kalt, aber es drückt nicht auf die Stimmung", sagte ein Sprecher am späten Donnerstagabend. Das erleichtere die Arbeit der Einsatzkräfte. Je 600 Polizeibeamte und Ordner sollten für die Sicherheit der Besucher sorgen. Die Feuerwehr war mit mehr als 1200 haupt- und ehrenamtlichen Kräften im Einsatz. Die Rettungskräfte des Roten Kreuzes hatten in 111 Einsätzen bis Mitternacht vor allem Betrunkene zu betreuen und Partygänger zu verarzten, die im Schnee ausgerutscht waren.

Europa feiert das neue Jahr

Als weltweit Erste läuteten am Donnerstag um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit die rund 5000 Bewohner der Weihnachtsinsel Kiritimati, die zum Pazifikstaat Kiribati gehört, das Jahr 2010 ein. Danach ließen es die Bewohner Neuseelands und anderer Pazifikstaaten krachen. Um 14 Uhr war dann Sydney dran: Im Hafen der Metropole stieg eine Riesen-Silvesterparty, bei der sich über eine Million Australier zuprosteten - allerdings ohne Sekt, denn Alkohol war in diesem Jahr in den Parks verboten. Auf dem Roten Platz in Moskau feierten rund 120.000 Russen den Jahreswechsel.

In Europa trotzten die Menschen den Wetterbedingungen und tanzten bei Open-Air-Festen ins neue Jahr. In Venedig wurde mit Hochwasser bei der größten Silvesterveranstaltung auf dem Markusplatz gerechnet. Zwischen Mailand und Rom wurden zudem starke Schnee- und Regenfälle erwartet.

Glücklicher waren da schon die Griechen: Ihnen bescherten die Götter frühlingshafte Temperaturen von bis zu 17 Grad und einen wolkenfreien Himmel - perfekte Konditionen für ein großartiges Neujahr. Bei der zentralen Feier auf dem Syntagma-Platz nahe der Akropolis von Athen versammelten sich Zehntausende Menschen.

Mit einem großen offiziellen Feuerwerk an der Themse hat London das Jahr 2010 begrüßt. Pünktlich zu den mitternächtlichen Glockenschlägen von Big Ben stiegen die ersten Raketen vor der Kulisse des Riesenrads "London Eye" in den Himmel. Hunderttausende Menschen hatten sich bei frostigen Temperaturen rund um den Westminister Palast und am Flussufer versammelt, um das rund zehnminütige Spektakel zu sehen. Viele hatten stundenlang ausgeharrt, um die beste Sicht zu haben. Wegen der Zeitverschiebung wurde das neue Jahr eine Stunde später als in Deutschland eingeläutet.

Zahlreiche Menschen haben auch im Zentrum von Paris das neue Jahr begrüßt. Rund 50.000 Menschen versammelten sich am Trocadero-Platz nahe des Eiffelturms. Das Spektakel endete pünktlich um Mitternacht mit einem feuerwerkartigen Aufleuchten des Wahrzeichens, das im vergangenen Jahr 120 Jahre alt geworden war. Für die Show waren mit rund zwei Kilometer Kabel über 430 LED-Lampen und farbige Lichterspots verlegt worden. Auf der Pariser Prachtmeile Champs-Elysées feierten etwa 60.000 weitere Menschen den Jahreswechsel.

Kontrollen in New York, Regen in Rio

Das kalte Wetter war nur eines der Probleme für alle, die 2009 der legendären Party am New Yorker Times Square beiwohnen wollten. Die Polizei hatte die Feiermeile weiträumig abgesperrt und massive Kontrollen durchgeführt; Passanten durften keine Rucksäcke mit auf das Gelände nehmen, ebenso wenig große Getränkeflaschen. Die Veranstalter rechneten dennoch wie gewohnt mit einer Million Besucher. Immer um Mitternacht wird bei der größten Silvesterfeier der USA traditionell eine bunte Zeitkugel an einem Mast nach unten gelassen - ein Ereignis, das auch im Fernsehen ein Millionenpublikum erreicht.

Schlimme Stunden brachte der Jahreswechsel für viele Menschen in Brasilien: In Rio de Janeiro und der Umgebung kamen nach fast 24 Stunden Dauerregen mindestens 19 Menschen bei Erdrutschen ums Leben. Betroffen waren vor allem Einwohner von Armensiedlungen, deren Häuser oft an Hängen oder auf Hügeln liegen - und deshalb leicht abrutschen.

In der Internationalen Raumstation ISS habe die Besatzung gleich viermal Neujahr gefeiert. Die aus Russland, den USA und Japan stammenden Raumfahrer hätten zunächst jeweils zu ihrer Landeszeit und dann "offiziell" noch einmal um Mitternacht Greenwich-Zeit angestoßen, sagte ein Sprecher der Flugleitzentrale bei Moskau. Der japanische Astronaut Soichi Noguchi hatte seinen Kollegen für Neujahr ein Sushi-Menü versprochen. Insgesamt überquerte die Station in der Silvesternacht in rund 350 Kilometern Höhe 16-mal die Datumsgrenze.

can/dpa/ddp/APD

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