Slowakei: Hungrige Bärin jagt Wildschweinjäger - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Slowakei Hungrige Bärin jagt Wildschweinjäger

Glück gehabt: Nur knapp entkamen zwei Jäger in der Slowakei dem Angriff einer 150 Kilo schweren und sehr hungrigen Braunbär-Dame. Das Raubtier hatte bereits einen Waidmann zu Boden gerissen, als es von einem Dritten erlegt wurde.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bratislava - Die drei Männer waren nahe dem mittelslowakischen Dorf Valaska Bela von der Bärin überrascht worden. Wie örtliche Medien heute berichteten, zerriss das Tier zunächst einem 65-Jährigen die Kleidung. Dann biss es ihm mehrfach in den Arm. Ein rund 50 Meter entfernt stehender Jagdkamerad versuchte daraufhin, die Bärin durch Schüsse und Schreie zu verscheuchen. Das Resultat: Die Bärin ging auf den Störenfried los und riss ihn unsanft zu Boden. Nur dem tödlichen Schuss des dritten Jägers war es zu verdanken, dass beide mit dem Leben davonkamen.

Ein Sprecher des slowakischen Jägerverbandes erklärte, das Nahrungsangebot reiche nicht mehr für alle Bären im Land aus. Deshalb wachten viele von ihnen aus Hunger vorzeitig aus ihrem Winterschlaf auf und seien dann entsprechend aggressiv.

Die Zahl der freilebenden Bären in der gesamten Slowakei wurde in der Vergangenheit auf 300 bis 600 geschätzt. Viele Jäger, Bauern und Imker gehen dagegen von mindestens 800 frei lebenden Bären im Land aus und fordern kontrollierte Abschüsse.

ala/dpa