Berlin- Mitte
Mehr als zehntausend Menschen kamen, um in Berlin am Sonntag an einer Solidaritätskundgebung für Israel teilzunehmen – und ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.
Eröffnet wurde die mehrstündige Veranstaltung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der hier den Ton setzte - mit einem Aufruf zum Schutz des jüdischen Lebens in Deutschland:
Frank-walter Steinmeier, Bundespräsident
»Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir alle spüren in diesen Tagen: Auch unser Land ist gefordert wie lange nicht! Es ist unerträglich, dass Jüdinnen und Juden heute wieder Angst haben – ausgerechnet in unserem Land. Dass jüdische Eltern ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken – ausgerechnet in unserem Land. Dass das Holocaust-Mahnmal nebenan von der Polizei geschützt werden muss – ausgerechnet in unserem Land. Jeder einzelne Angriff auf Jüdinnen und Juden, auf jüdische Einrichtungen ist eine Schande für Deutschland! Jeder einzelne Angriff erfüllt mich mit Scham und Zorn.«
Berlin-Mitte
Unweit der Solidaritäts- Demo: Am Potsdamer Platz musste die Polizei - wie schon so oft in den vergangenen Tagen -eingreifen. Eine propalästinensische Demonstration, die hier zeitgleich stattfinden sollte, war verboten worden. Angemeldet war die Kundgebung unter dem Titel »Frieden im Nahen Osten«.
Währenddessen sprach der Bundespräsident davon, dass Israel-Hass und Antisemitismus keinen Platz in Deutschland haben. Der Schutz jüdischen Lebens sei nicht nur Staatsaufgabe – sondern eine Bürgerpflicht:
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident
«Wir dürfen keinen Antisemitismus dulden – keinen rechten, keinen linken, keinen alten und keinen neuen. Und wir dürfen keinen Israel-Hass, der sich auf unseren Straßen entlädt, dulden. Von niemandem, meine Damen und Herren.«
Am Brandenburger Tor forderten Teilnehmer an diesem. Tag auch innenpolitische Konsequenzen bei antisemitischen Straftaten.