Sylt: Punks räumen Protestcamp - DER SPIEGEL
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Aktion in Westerland Punks räumen Protestcamp auf Sylt

Wären sie nicht freiwillig gegangen, hätte die Polizei eingegriffen: Auf Sylt haben die letzten Punks das Camp vor dem Rathaus verlassen – Anwohner fühlten sich zuletzt belästigt.
Polizisten in Westerland verfolgen die freiwillige Räumung des Protestcamps
Polizisten in Westerland verfolgen die freiwillige Räumung des Protestcamps

Polizisten in Westerland verfolgen die freiwillige Räumung des Protestcamps

Foto: Bodo Marks / dpa

Vor mehr als drei Monaten kamen sie mit dem Neun-Euro-Ticket auf die Nordseeinsel Sylt. Sie irritierten die Bewohnerinnen und Bewohner und störten das Bild der schicken deutschen Insel. Doch nun ist Schluss: Die letzten Punks haben das Protestcamp vor dem Rathaus verlassen. »Das Camp ist leer«, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei, die mit mehreren Dutzend Beamten vor Ort gewesen war, hat demnach nicht eingreifen müssen.

Bevor die knapp 20 Punks das Camp im Park vor dem Rathaus verließen, hatte Bürgermeister Nikolaus Häckel (parteilos) sie dreimal aufgefordert, den Ort bis zu einer bestimmten Uhrzeit zu räumen. Wären sie bis dahin nicht freiwillig gegangen, hätte die Polizei eingegriffen.

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Dass das Camp geräumt werden musste, steht schon länger fest. Zuletzt hatte das Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Schleswig am Montag eine Beschwerde der beiden Versammlungsleiter gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts abgelehnt. Das Verwaltungsgericht hatte in der Woche zuvor eine Auflösung für rechtmäßig erklärt und damit eine entsprechende Entscheidung des Kreises Nordfriesland bestätigt.

Robert Schlenker vom Fachdienst Recht und Sicherheit der Kreisverwaltung sagte damals, die Teilnehmer hätten ihre gesellschaftspolitischen Anliegen in der Öffentlichkeit vertreten und ein erhebliches Maß an Aufmerksamkeit auf sich gezogen. »Deshalb kommen wir in der Abwägung zu dem Ergebnis, dass den Anwohnern und Urlaubern keine weiteren Eingriffe in ihre Grundrechte durch das Camp mehr zugemutet werden können.«

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Ursprünglich wollten die teils schon im Juni angereisten Punks bis Anfang Oktober bleiben und für mehr soziale Gerechtigkeit demonstrieren.

Die Punks waren dafür kritisiert worden, dass sie nachts zu viel Krach machten, ihr Geschäft in der Natur erledigten und Leute anpöbelten. Zudem sollen sie tagsüber laute Musik gehört haben und mit Megafon-Ansprachen aufgefallen sein.

kha/dpa

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