Teure Trennungen Scheiden tut auch Reichen weh
Hamburg - 29 Jahre lang war John Charman mit seiner Frau Beverley verheiratet. Bei der Hochzeit lebten beide noch in relativ einfachen Verhältnissen. Doch schon schnell gelang es Charman ein Versicherungsimperium aufzubauen. Anfang 2003 beschloss der heute 53-Jährige, dem Berufsstress in der Londoner City den Rücken zu kehren - und seiner ein Jahr jüngeren Frau ebenso. Er zog auf die Bermudas und trennte sich von Beverley. Die reichte daraufhin die Scheidung ein.
Jetzt wurde Charman von einem Gericht in London dazu verurteilt, seiner Frau einen Großteil des Vermögens zu überlassen. Nach Angaben des Senders BBC ist dies vermutlich die höchste Summe, die in Großbritannien jemals einer Frau nach der Scheidung zugesprochen wurde: 48 Millionen Pfund (rund 70,7 Millionen Euro).
Auch wenn Charman im Berufungsverfahren erneut unterliegt, könnte der britische Rekord schon bald eingestellt werden. Mit großem Interesse wird derzeit das Scheidungsverfahren von Paul McCartney und seiner Frau erwartet. Beobachter erwarten, dass der Ex-Beatle bis zu 300 Millionen Euro an seine Ex-Frau zahlen wird. McCartneys Vermögen wird auf mehr als 1,1 Milliarden Euro geschätzt.
Die teuersten Scheidungen werden jedoch bislang in den USA vollzogen. Der Ort einer Scheidung hat maßgeblichen Einfluss auf die Höhe von Abfindung und Unterhalt. Nicht umsonst sind Barbara Becker und Martina Effenberg in Florida vor den Scheidungsrichter getreten. In den USA holen Anwälte oft astronomische Summen für ihre Mandantinnen heraus, besonders Mütter mit Kindern haben gute Chancen auf großzügige Zwangsüberweisungen vom Ex.
Doch auch innerhalb der USA gibt es Unterschiede. Nach kalifonischem Recht etwa steht der Ehefrau automatisch die Hälfte vom Vermögen ihres Mannes zu. Aus diesem Grund soll etwa der US-Milliardär David Saperstein einen Trick angewandt haben, wie es sich für einen Gentleman nicht gehört: Auf einem Flug vom heimischen Los Angeles, wo das Ehepaar Saperstein ein Versailles-ähnliches Schloss bewohnte, nach Europa ließ Saperstein den Privatjet unter einem Vorwand in Texas zwischenlanden. Hier präsentierte er seiner Frau Suzanne die Scheidungspapiere. Der Grund: Texas gilt als sehr viel Ehemann-freundlicheres Pflaster. Für die Gattin soll dennoch Gerüchten zufolge eine Abfindung von bis zu einer Milliarde US-Dollar herausgesprungen sein. Rekordverdächtig, aber kein Einzelfall. Immer wieder kursieren Berichte über Abfindungssummen zwischen einer und 1,6 Milliarden Euro - so zum Beispiel bei der Scheidung des Sultans von Brunei und seiner damaligen Frau Mariam.
Eheverträge: 4,5 Millionen pro Seitensprung
Im Vergleich dazu sind die angeblichen 100 Millionen Dollar, die Amy Irving bei ihrer Trennung von Steven Spielberg erhalten haben soll, und sogar die 200 Millionen Dollar für Nicole Kidman nach der Trennung von Tom Cruise fast Peanuts. Auch wenn solche Abfindungen in der Regel noch durch monatliche Zuwendungen, Häuser, Autos und Wertgegenstände ergänzt werden.
Zentrale Bedeutung kommt nicht nur in Promi-Ehen einem wasserdichten Ehevertrag zu, auf den Paul McCartney bewusst verzichtet hat. Mit einem solchen sollen sich schon Boris Becker, Donald Trump und andere reich Geschiedene viel Geld gespart haben. Nicht immer aber ist ein Ehekontrakt ein Sparmodell: Michael Douglas soll sich vertraglich verpflichtet haben, seiner Frau Catherine Zeta-Jones für jeden Seitensprung 4,5 Millionen Dollar zu überweisen.
Schon vor dem Ja-Wort ausgesorgt hat Katie Holmes, Verlobte von Tom Cruise und Mutter der gemeinsamen Tochter Suri. Selbst wenn die Hochzeit noch platzen sollte, stünde ihr per Vertrag ein zweistelliger Millionenbetrag zu. Pro Ehejahr sollen sich dann drei Millionen Dollar ansammeln und wenn sie es mindestens elf Jahre mit Tom Cruise aushält, die Hälfte seines Vermögens. Andere Quellen sprechen für den Fall einer Trennung von einer Pauschale zwischen 33 und 40 Millionen Dollar. Was immer am Ende im Ehevertrag steht, es klingt nach einer sorgenfreien Zukunft für Mutter und Kind. Mit oder ohne Mann.