Texas Model läuft in Propeller
Lauren Scruggs 2005 bei einem Benimmkurs in Texas (Archivbild)
Foto: AMY CONN-GUTIERREZ/ ASSOCIATED PRESSDallas - Lauren Scruggs ist blond und freundlich. Laut Facebook liebt sie Metal, Fußball, Kickboxen und Süßkartoffeln, verkörpert so ganz den unbedarften Charme eines Texas-Girls. In der Vergangenheit tummelte sich die 23-Jährige im Mode-Business, als Model, dann als Bloggerin für das "Lolo-Magazine". Doch seit dem Wochenende ist die noch junge Karriere der Frau vermutlich vorerst auf Eis gelegt.
Die 23-Jährige war gerade auf dem Privatflughafen Aero County im texanischen McKinney gelandet. Sie stieg aus der kleinen Zweisitzer-Maschine - und geriet unversehens mit der Hand in den Propeller. Die Gliedmaße wurde fast abgerissen, Ärzte mussten die Hand später amputieren. Auch an Kopf und Schultern erlitt das Model schwerste Verletzungen, ein Auge wurde geschädigt, außerdem soll das Gesicht von Schnitten übersät sein, berichtete die "New York Post".
Wie Scruggs in den Propeller geraten konnte, ist noch unklar. Sicherheitsexperten warfen die Frage auf, warum der Pilot seine Passagierin überhaupt bei laufendem Motor aussteigen ließ. Die Identität des Mannes wurde bisher nicht öffentlich. Es soll sich um einen Freund des Models handeln, der erst kürzlich das Leichtflugzeug des Typs Aviat Husky erworben hat.
"Sie ist eine Kämpferin"
Die Bundesflugbehörde FAA ermittelt jetzt in dem Fall. "Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob der Pilot den Motor im Leerlauf laufen ließ, während die Frau ausstieg, um für andere Passagiere Platz zu machen", zitiert die "Daily Mail" einen Sprecher.
Die Eltern des Models sprachen am Dienstag mit dem Sender MSNBC: "Es waren schlimme Tage, aber wir sind dankbar, dass sie lebt", sagten Cheryl und Jeff Scrubbs. Familie und Freunde hätten für ihre Tochter gebetet. "Sie ist eine Kämpferin, sie wird es schaffen."
Am Wochenende sei die Tochter im Parkland Hospital von Dallas mehrfach operiert worden. Nachdem man zunächst befürchtet habe, Lauren werde ihr Auge verlieren, stehen die Chancen es zu retten, nach einer sechsstündigen OP offenbar besser.
Ihr Zustand ist den Ärzten zufolge stabil. Sie sei ansprechbar und reagiere auf Fragen. Zwillingsschwester Brittany hatte Lauren erklärt, dass sie einen Unfall gehabt habe. Die Patientin habe mit einem Handdruck vermittelt, dass sie es verstanden habe. Jetzt setzt die Familie alle Hoffnung in die Ärzte: "Es wird ein langer Weg."