Tod eines Gastarbeiters Schwere Unruhen in Singapur
Umgekippte Polizeiwagen in Singapur: 27 Festnahmen
Foto: ROSLAN RAHMAN/ AFPSingapur - In Singapur ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Am späten Sonntagnachmittag lieferten sich rund 400 Personen Straßenschlachten mit der Polizei und zündeten mehrere Fahrzeuge an. Auslöser der Krawalle war der Tod eines 33 Jahre alten indischen Gastarbeiters, der von einem Bus angefahren worden war.
Zu den Zusammenstößen kam es in dem Little India genannten Stadtteil. Dort leben viele Gastarbeiter, unter denen große Unzufriedenheit herrscht: Viele werden schlecht bezahlt, obwohl Singapur zu den reichsten Staaten der Region gehört.
Die rund 300 eingesetzten Polizisten seien mit Wurfgeschossen angegriffen worden, teilten die Behörden mit. Offiziellen Angaben zufolge wurden 27 Personen festgenommen und zehn Polizisten verletzt. Ministerpräsident Lee Hsien Loong sprach von einem sehr schwerwiegenden Vorfall. "Wir werden keine Mühe scheuen, um die Schuldigen zu identifizieren und sie die volle Härte des Gesetzes spüren zu lassen." Den Randalierern drohen Haft- und Prügelstrafen.
In Singapur unterliegt das öffentliche Leben strikten Kontrollen, selbst geringfügige Vergehen können mit harten Strafen geahndet werden. Revolten gegen die Sicherheitskräfte sind äußerst selten. Ähnliche Ausschreitungen wie nun gab es zuletzt im Jahr 1969, als ethnische Unruhen den Stadtstaat erschütterten und zu einer drastischen Verschärfung des Demonstrationsrechts führten.