Tödlicher Brand in Backnang: - DER SPIEGEL
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Großbrand: Einsatz in Backnang

Foto: Marijan Murat/ dpa

Brand in Backnang Polizei geht von technischem Defekt aus

Die Brandkatastrophe in Backnang ist der Polizei zufolge wahrscheinlich durch einen technischen Defekt ausgelöst worden. Hinterbliebene der acht Todesopfer hatten dem Vermieter und den Behörden schwere Vorwürfe gemacht. Die elektrischen Leitungen seien marode gewesen.
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Backnang - Am frühen Sonntagmorgen war es im schwäbischen Backnang zu einem verheerenden Feuer in einem Wohnhaus gekommen. Eine 40-jährige aus der Türkei stammende Frau kam dabei ums Leben, mit ihr sieben Kinder im Alter von sechs Monaten bis 16 Jahren. Ein elfjähriger Junge, dessen Onkel sowie die Großmutter konnten gerettet werden.

Jetzt äußerte sich die Polizei erstmals zur möglichen Brandursache: "Ein technischer Defekt im Gebäude ist am wahrscheinlichsten", sagte der leitende Kriminaldirektor Ralf Michelfelder in Backnang. Derzeit gebe es keine Anhaltspunkte für andere Ursachen. Man ermittle aber weiter in alle Richtungen.

Dazu gehört unter anderem die Hypothese, dass der Brand einen fremdenfeindlichen Hintergrund gehabt haben könnte. Die Polizei nehme alle Möglichkeiten ins Visier, auch politische Hintergründe, sagte Botschafter Hüseyin Avni Karslioglu am Montag in einer Moschee in Backnang. Eine Untersuchung aller Details entspreche den Wünschen der türkischen Seite. Bisher hatte die Polizei aber Brandstiftung oder einen fremdenfeindlichen Anschlag ausgeschlossen.

Am Sonntag hatte es erste Vermutungen gegeben, wonach ein Defekt an einem Ofen in der Wohnung der Familie den Brand verursacht haben könnte. Angehörige der acht Opfer machten dem Wohnungsvermieter und den Behörden schwere Vorwürfe: Die elektrischen Leitungen in der Wohnung seien total marode gewesen, sagte die Großmutter der sieben getöteten Kinder, Hatice Özcan, 62, am Montag in der Backnanger Moschee. Der Vermieter habe sich aber nicht darum gekümmert.

Wegen der schlechten Wohnverhältnisse habe sich die 40-jährige Mutter der Kinder mehrfach an deutsche Ämter gewandt, erklärten weitere Familienmitglieder. Das Jugendamt sei in der Wohnung gewesen. Ein Polizeisprecher erklärte, der Vermieter werde im Zuge der Ermittlungen der Brandursache ebenfalls vernommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte bestürzt. Die Kanzlerin sei zutiefst erschüttert über die furchtbare Brandkatastrophe, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, habe dem türkischen Botschafter im Namen der Bundesregierung kondoliert. Das Kanzleramt habe der baden-württembergischen Staatskanzlei jedwede Hilfe zugesagt.

ala/dpa/AFP

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