Tote bei Unfällen Wintereinbruch trifft Autofahrer
Abschleppwagen in Niederbayern (am Samstag): Vereiste Straßen setzten Autofahrern zu
Foto: Armin Weigel/ dpaBerlin - Schnee und Glätte sind zurück: Der erneute Wintereinbruch behindert in weiten Teilen Deutschlands den Verkehr. Bei Unfällen in der Nacht zum Sonntag sind mindestens fünf Menschen getötet und mehrere teils lebensgefährlich verletzt worden. Seit Freitagabend kam es zu zahlreichen Unfällen, viele Lkw stellten sich auf Autobahnen und Anhöhen auf den Fahrbahnen quer. Für den Sonntagabend warnt Meteomedia vor gefrierender Nässe und Glatteis.
In Mecklenburg-Vorpommern kam am Samstagabend ein voll besetztes Auto von der eisglatten Straße ab und prallte gegen einen Baum. Ein 40 Jahre alter Mann und eine 64 Jahre alte Frau wurden nach Polizeiangaben bei dem Unfall getötet. Drei weitere Insassen des Wagens wurden schwer verletzt.
Zwei Männer im Alter von 26 und 31 Jahren starben in Bayern, als sie mit ihrem Wagen bei Glätte in den Gegenverkehr gerieten und dort mit einem Auto zusammengeprallten, teilte die Polizei in Bayreuth mit. Der Beifahrer wurde aus dem Wagen geschleudert, der Fahrer eingeklemmt. Beide starben noch am Unfallort. Der Fahrer des entgegenkommenden Wagens verletzte sich leicht.
Bei einem Unfall nahe Halchter bei Wolfenbüttel war die 27-jährige Autofahrerin bei heftigem Schneetreiben in einer Kurve von der glatten Straße abgekommen. Der Wagen überschlug sich, dabei wurde der 27-jährige Beifahrer aus dem Auto geschleudert. Er starb wenig später im Krankenhaus. Die Fahrerin wurde leicht verletzt.
Verkehrschaos auf Autobahnen
In Mitteldeutschland kamen auf Autobahnen und Bundesstraßen vor allem Lkw ins Schleudern, stellten sich quer und behinderten den Verkehr. Auf der Bundesstraße 7 bei Mönchenholzhausen verlor in der Nacht ein Lkw-Fahrer in einer Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug, durchbrach die Leitplanke und fuhr die Böschung hinab. Der Lkw, der laut Polizei auf der glatten Straße zu schnell unterwegs war, kippte mit Anhänger um. Der 28-jährige Fahrer blieb unverletzt.
Auch auf mehreren Autobahnen in Rheinland-Pfalz behinderten quergestellte Lastwagen den Verkehr. Am Morgen geriet auf der Autobahn 1 ein mit drei Personen besetzter Pkw aufgrund der Schneeglätte ins Schleudern. Der Wagen fuhr in die Böschung, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Dabei wurde die 19-jährige Beifahrerin schwer verletzt und musste mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Die beiden anderen Insassen des Wagens erlitten leichte Verletzungen. Auf der Autobahn 63 zwischen Winnweiler und Göllheim fuhren drei Pkw ineinander. Insgesamt vier Insassen wurden verletzt, drei davon schwer. Ein Verletzter wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht.
Auf den Autobahnen 2 und 39 im Raum Braunschweig/Hannover kam es zu langen Staus. Wegen überfrierender Nässe waren die Fahrbahnen stellenweise spiegelglatt.
Bereits am Samstagnachmittag war zudem ein Mann in der Oberpfalz getötet und fünf weitere Menschen teils lebensgefährlich verletzt worden, als ein Mann die Kontrolle über seinen Kleinlaster verlor und in den Gegenverkehr geriet. Auf der Autobahn 93 waren nördlich von Regensburg 17 Menschen bei einer Massenkarambolage teils schwer verletzt worden. 43 Autos und drei Lastwagen wurden dabei beschädigt.
Regensburger Polizei sichert Unfallwrack
Gleich drei Mal ist in der Nacht zum Sonntag ein ordnungsgemäß geparktes Auto in Regensburg von rutschenden Fahrzeugen gerammt worden. Nach dem ersten Unfall klemmten Streifenbeamte noch lediglich eine Nachricht für den Halter hinter die Wischblätter.
Knapp zwei Stunden später wurden sie zur selben Unfallstelle an einer mit Kopfstein gepflasterten Straße gerufen, wie die Polizei mitteilte. Noch bevor sie dort eintrafen, hatte aber bereits ein drittes Auto den mittlerweile recht lädierten Wagen touchiert.
Die Beamten entschlossen sich deshalb, nun gleich dort zu bleiben und den Gefahrenbereich abzusichern, bis der Winterdienst die sehr glatte Stelle passierbar machte.