Ultimate Fighting in Köln: Hiebe, Triebe, etwas Blut - DER SPIEGEL
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Ultimate Fighting in Köln Hiebe, Triebe, etwas Blut

Umstrittene Keilerei: Etwa 13.000 Zuschauer haben in Köln die erste offizielle "Ultimate Fighting"-Veranstaltung in Deutschland verfolgt. Der Prügelsport gilt als umstritten - das Publikum störte sich daran nicht.
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Köln - Am Ende des ersten offiziellen "Ultimate Fighting"-Abends in Deutschland ist der Ringboden in der Kölner Lanxess-Arena mit Blutflecken übersät. Rund 13.000 Fans der umstrittenen Extrem-Kampfsportart aus ganz Europa haben am Samstag für eine nahezu ausverkaufte Halle gesorgt. Glaubt man ihren Reaktionen, sind zumindest sie bei den zwölf angesetzten Kämpfen auf ihre Kosten gekommen. Bis zu 285 Euro haben sie für eine Karte bezahlt.

Bei den Auseinandersetzungen Mann gegen Mann mit nahezu bloßen Fäusten floss gleich mehrfach Blut, besonders viel im zweiten Kampf, als der Niederländer Stefan Struve eine klaffende Wunde an der Stirn davontrug. Davon recht unbeeindruckt konnte er seinen Gegner mit einem Würgegriff zur Aufgabe zwingen - die Zuschauer johlten.

Die amerikanische "Ultimate Fighting Championship" (UFC) beschreibt ihren Kampfsport als hochentwickelte Mischung unterschiedlicher Disziplinen wie Karate, Jiu-Jitsu, Ringen und Kickboxen. Doch den Zuschauern ging es oft nicht spektakulär genug zur Sache. Wenn sich die Kämpfer in dem umzäunten Oktagon aus Sicht der Zuschauer zu lustlos rauften, gab es gellende Pfiffe.

"Ich sehe die harte Arbeit"

Die interessierten Beobachter sind nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus den USA, Japan und Kroatien angereist. Viele verteidigen die in Amerika populäre Kampfsportart. "Ich sehe mehr die Technik und die harte Arbeit, die dahintersteckt", sagt etwa Marlon. Robert, 32, meint, die öffentliche Debatte um die Kämpfe habe ihn nicht überrascht: "Es war in den USA zu Beginn des Sports nichts anders".

Michaela aus Leipzig hat kein Verständnis für den Wirbel: "Es gibt sicherlich Wichtigeres, als sich den Kopf über solche Kämpfe zu zerbrechen." Der 24-jährige Cris Bubel aus Las Vegas ist extra angereist, um seinen Trainer Wanderlei Silva zu unterstützen: "Ich kämpfe selber und finde den Sport super."

Auch der 21-jährige Mirko aus Bochum ist begeistert: "Das ist Adrenalin pur, nicht so durchgestylt wie zum Beispiel Boxen im Fernsehen. Da geht es ja nur noch um die Show. 'Ultimate Fighting' ist einfach authentischer." Freundin Meike stimmt zu: "Eigentlich will ich ja immer die Augen zumachen, aber dann ist es so toll, da gucke ich dann doch wieder hin."

Kritik an der Veranstaltung

Die Halle ist fast ausverkauft. Die Veranstalter haben einen Infostand aufgebaut, an dem Minderjährige ihre Karten zurückgeben können. Jugendliche unter 18 Jahren sind nicht zugelassen. Laut Veranstalter Marek Lieberberg sind vor Beginn 40 bis 50 Karten zurückgegeben worden.

Lieberberg zieht am Abend eine positive Bilanz: "Die Veranstaltung hat gezeigt, dass die vorherigen Befürchtungen der Behörden nicht begründet waren." Der amerikanische Sportimport steht seit Wochen in Deutschland in der Kritik.

Politiker formierten sich gegen die Austragung, Psychologen protestierten. Auch Axel Heitmann, der Chef des Leverkusener Lanxess-Konzerns, nach dem die Arena benannt ist, distanzierte sich von der Veranstaltung.

Doch UFC-Präsident Dana White, eigens aus den USA angereist, will sich davon nicht abschrecken lassen: "Unser Ziel ist es, noch viele Shows in Deutschland auszutragen." Dieses Jahr fänden allerdings keine weiteren Kämpfe mehr in Deutschland statt.

jdl/dpa/ddp

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